Nun zu mir

zu Besuch bei Selbstversorgern in Ecuador (Foto).

Über mich

Hola, ich bin Mathias

Hola, ich bin Mathias

Selbstversorger, Minimalist und Blogger

 

Bereits seit meiner Geburt lebe ich im landwirtschaftlich geprägten Hohenlohe im Nordosten von Baden-Württemberg, eine fränkische Region mit schwäbischen Einfluss. In meiner Kindheit las ich bereits Bücher über das autarke Leben und half einen Kleinbauern in meinen Dorf, der noch eine Lebensweise bis Mitte des 20. Jahrhunderts praktizierte und davon auch lebte, wie man es heute nur noch aus den Freilandmuseen kennt. Vieles altes Handwerk kann ich dank ihm heute für meine Selbstversorgung anwenden und an euch weitergeben. Ähnliches gilt für die Jagd- und Waldarbeit.

Mit 18 Jahren kaufte ich mir dann aus meinen ersparten meine erste Wiese und einen Wald. Später kam noch ein Wochenendgrundstück mit Obstbäumen dazu. Wiese und Wald verkaufte ich dann irgendwann. Dafür kaufte ich mir einen anderen Wald, der direkt an meinen Wochenendgrundstück angrenzt. Alles an einem geschichtsreichen ehemaligen Weinberg. Heute sind es insgesamt rund stolze 13.000 Quadratmeter Hanglage. Auf meinen Grundstücken baue ich Getreide, Gemüse, Obst, Kräuter und Holz an. Von allem nicht viel, dafür aber vielfältig und zum Leben reicht allemal. Wildkräuter und Pilze werden gesammelt. Alles für den Eigenbedarf. Das was nicht angebaut oder gesammelt wird, tausche ich möglichst direkt mit meinen Überschüssen in Naturalien ein. Nur das was nicht geht, mir ausgegangen ist oder Dinge die ich mir anderweitig gönne kaufe ich mit Euros im Fach- oder Supermarkt ein. Auch Tribute und Versicherungen lassen sich heute leider nur noch mit Geld begleichen. Letzteres ist auch der Grund warum ich überhaupt noch ein ganz klein wenig arbeiten gehe. Im Gegensatz zu früher arbeite ich jedoch nicht mehr für das Geld, sondern ich nehme nur noch Geld für meine Arbeit. Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Die Selbstversorgung selbst begann eigentlich schon mit meinen ersten Grundstückkäufen auf denen bereits einige Obstbäume standen. Dann kam langsam der Gemüseanbau, das Wildkräuter sammeln und mit dem Wald der Holzanbau dazu. Später pflanzte ich wo es nur ging veredelte Obstbäume und Obststräucher mit den unterschiedlichsten alten Sorten. Neuerdings versuche ich mich auf einer kleinen Fläche auch mit dem Anbau von alten Getreidesorten. Nutztiere habe ich auch, die für die natürliche Düngung meiner kultivierten Pflanzen und Erzeugung tierischer Produkte einfach dazu gehören (ohne Schlachtung). Ich bin aber noch lange nicht angekommen. Nachdem ich weitgehend von meinen pflanzlichen Erzeugnissen gut leben konnte, lernte ich von einigen „Alten“ und Freilandmuseen die Verarbeitung und Bevorratung von Obst und Gemüse, so das ich in der kalten Jahreszeit nicht hungern und möglichst nichts dazukaufen musste. Auch Pflegeprodukte lassen sich daraus sehr gut herstellen. Derzeit lerne ich noch das für mich relevante Handwerk (alles kann ich noch nicht), so das ich auch keine Kleidung, Körbe und vieles mehr kaufen muss. Beispielsweise Garn aus Schafwolle bzw. Flachs spinnen und warme Socken für den Winter stricken oder Kleidungsstoffe weben bzw. nähen. Jeder Kauf würde nur unnötig den Tausch von Lebenszeit mit Geld bei einen Arbeitgeber bedeuten.

Meine Lebenszeit verteilt sich derzeit auf …

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schlaf

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Doch es gab auch eine Schattenseite. Schon mein ganzes Leben lang versuchten mich Menschen anzupassen, der Freiheit zu berauben, abhängig zu machen und fremde Werte aufzuzwingen. Das trifft insbesondere auf die Schule und das Berufsleben zu. Das staatliche Schulsystem machte mich zu einem braven Staatsbürger, ehrlichen Steuerzahler und wirtschaftliche Arbeitskraft. Folgte ich, dann wurde ich mit guten Noten belohnt und wenn nicht, dann mit schlechten Noten oder Klassenwiederholung bestraft. Die Bundeswehr redete mir ein die Bundesrepublik Deutschland auch mit Waffengewalt zu verteidigen (in Afghanistan?). In der privaten Wirtschaft und im öffentlichen Dienst machte ich Karriere indem ich mich anpasste und fremden Zielen folgte. Ich ging wegen des Geldes arbeiten, ohne zu hinterfragen, was meine Tätigkeit und mein Arbeitgeber für die Welt überhaupt bedeutet. Und die Kirche versuchte mir einzureden was gut und schlecht für einen ist. Irgendwann spürte ich, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Mit 34 Jahren kündigte ich dann eine sichere und gut bezahlte Arbeitsstelle, um ein nebenberufliches Studium und meine Selbständigkeit vorantreiben.

Doch es kam ganz anders: Ich wurde chronisch krank, hatte Totesängste und erinnerte mich an das erhabenste Gefühl einer Nahtoderfahrung. Die seit meiner Kindheit fremd angenommenen Werte, Ziele und Systeme hatten für mich überhaupt keine Bedeutung mehr. Ich hinterfragte alles und beschäftigte mich zunehmend mit dem Sinn des Lebens. Von den Ärzten ließ ich mich auch nicht mehr behandeln. Daraufhin folgte das Loslassen und die Persönlichkeitsentfalltung. Mir wurde bewusst, dass ich ein freies menschliches Wesen aus Körper, Geist und Seele und ausschließlich ich für mein Leben verantwortlich bin. Mit den natürlichen und universellen Gesetzmäßigkeiten verstand ich auf einmal wie das Leben in Raum und Zeit auf dieser Erde funktioniert. Und doch habe ich immer noch nicht alles erfahren. Mit der Gewissheit das wir alle unsterbliche Wesen sind, waren für mich auf einmal viele Urängste und alle meine chronischen Leiden wie von selbst verschwunden. Es gab viele Leben vor der Geburt und es wird viele Leben nach dem Tod geben. Heute gestalte ich mein Leben selbst.

Zusammen mit anderen inspirierenden und veränderungsbereiten Menschen möchte ich die Welt zu einem besseren Ort machen. Ich für mich habe die leidenschaftliche Selbstversorgung und den Minimalismus entdeckt. Durch mein „Vorleben und Vormachen wie es geht“ möchte ich zeigen, dass man sehr gut von der eigenen Selbstversorgung leben kann. Wir dürfen nicht vergessen das die Selbstversorgung schon immer da war, die Industrie zusammen mit den Staaten und der Kirche sind in der Menschheitsgeschichte hingegen eine relativ neue Erscheinung. Im Moment machen wir alle einen spürbaren Klimawandel mit – das ist in der Erdgeschichte ganz normal (z.B. kleine Eiszeit bis in das 19. Jahrhundert). Die menschengemachten Umweltprobleme gibt es allerdings erst seit der Industrialisierung, dem höheren Lebensstandard und Bevölkerungszuwachs.

Selbstversorger zusammen mit den Naturvölkern und Kleinbauern sind Garanten für die Arten- und Sortenvielfalt. Wir kennen keine Monokulturen und Massentierhaltung. Ich möchte daher insbesondere Angestellte, die den größten Anteil in der Bevölkerung ausmachen, dazu motivieren selbst Selbstversorger zu werden – es gibt die unterschiedlichsten Varianten davon. Wir alle können dazu beitragen, dass sich mit der Selbstversorgung der Konsum und damit die Industrie reduziert. Da weniger Geld benötigt wird, reduziert sich auch die Abhängigkeit zu den Unternehmen, Banken und staatlichen Einrichtungen. Die Freiheit und das selbstbestimmte Leben nimmt also zu. Ein resourcesparender und natürlicher Kreislauf sichert die Lebensgrundlage. Sprich; das was aus der Natur genommen wird, fließt auch wieder rein.