Social Media reduzieren für mehr Natur

Mitgliedschaften in Gruppen, Follower auf Seiten und Profil-Freundschaften. Wie vielen folgst du auf den Sozialen Netzwerken?

Vor Facebook & Co. waren für mich nur Freunde, die ich persönlich kannte oder mit denen ich irgendwie privat zu tun hatte – darunter zwei bis drei Enge. Heute zählen bereits diejenigen als Freunde, wo man irgendwann mal eine Freundschaftsanfrage angenommen hat. Unabhängig davon, ob man sich kennt oder nicht. So kommen manche locker auf 500+ Freunde.

Hohe Zahlen haben Stellenwert: Manche stimulieren damit ihr Ego, wenn sie aus ihren Alltagstrott ausbrechen und Urlaubsfotos mit Saufkumpanen posten. Oder sich vor ihren scheinbaren Autos oder Häusern abbilden, die tatsächlich den Banken gehören.

Für andere wiederum stellen Freunde einen finanziellen Marktwert da. Das Gleiche gilt für Mitgliedschaften in Gruppen und gegenüber Profilen bzw. Seiten, denen man regelmäßig folgt. Je mehr Freunde, Mitglieder, Follower und Likes, desto besser.

Die daraus resultierende Informationsflut kann kein Mensch bewusst verarbeiten. Oder folgst du all deinen Freunden, Fanseiten und Gruppen? Das ist nichts anderes wie übermäßiger Konsum, der eine innere Leere füllen soll.

Um diesem Herr oder Frau zu werden, hier ein paar Tipps, die du in sozialen Netzwerken sofort umsetzen kannst:

    • Werde deine falschen Freunde los. Nehme nur noch Freundschaftsanfragen an, die dich wirklich interessieren (z.B. die du persönlich kennst). Definiere für dich den Begriff „Freund“. Alle anderen Anfragen lehnst du ab. Die Freunde, wo du bereits hast, sortierst du nach deinen Kriterien aus. Alternatv kannst du auch nur die Benachrichtigungen von unerwünschten Freunden deaktivieren.
    • Melde dich von allen Gruppen ab, die du schon länger nicht mehr nutzt. Es gibt Themen, die für dich vielleicht mal relevant waren, jetzt aber unbedeutend sind. Hier darfst du dich ruhig abmelden und deine Mitgliedschaft loswerden, so das du nicht mehr mit dessen Beiträgen belastest wirst. Alternativ kannst du dich auch nur von den Abos (Benachrichtigungen) abmelden.
    • Beende Abos von unerwünschten Seiten, die du irgendwann mal mit „Gefällt mir“ markiert hast. Dann bekommst du keine Benachrichtigungen mehr, wenn von diesen Seiten neue Beiträge gepostet werden. Alternativ kannst du natürlich auch deine „Gefällt mir“-Markierung entfernen. 
    • Produzieren statt Konsumieren. Du entscheidest: Entweder du produzierst selbst Inhalte (z.B. Beiträge, Texte, Fotos, Podcast, Videos) und trägst somit zu deinem Erfolg bei. Oder du konsumierst weiterhin fremde Inhalte und lenkst dich vom eintönigen Alltag ab und „verblödest“ immer mehr (Sorry).
    • Du machst einen längeren „Sabbat“. Das bedeutet, du verabschiedest dich für eine gewisse Zeit komplett von deinen Lieblingsnetzwerken. Das Profil löscht du aber nicht. Es gibt soziale Netzwerke, bei denen kannst du so was einstellen – zum Beispiel für ein paar Monate oder einem Jahr.
    • Lösche dein Profil endgültig. Zugegeben, dass ist die extremste Variante. Kann aber Sinn machen, wenn du überhaupt nichts mehr mit den sozialen Netzwerken anfangen kannst oder dich für längere Zeit einfach zurückziehen möchtest. Anmelden kann man sich ja jederzeit wieder. Die bestehenden Freunde, Gruppen-Mitgliedschaften und Lieblingsseiten sind dann weg.