Der Schutz unserer Pflanzen liegt uns Selbstversorgern sehr am Herzen. Denn ohne Pflanzen gibt es kein leckeres Getreide, Gemüse und Obst. Gefährlich kann es daher werden, wenn beispielsweise Pflanzenfresser, Bakterien, Viren, Nematoden und Naturereignisse den Pflanzen zu schaffen machen. Dann ist unsere Lebensgrundlage existenziell bedroht. Landwirtschaftliche Monokulturen sind davon deutlich mehr betroffen als unsere vielfältigen Gärten und kleineren Anbauflächen. Letzteres eigentlich überhaupt nicht, wenn wir alles richtig machen (z.B. Ökosystem, ausreichende Nährstoffversorgung) und es keine extreme Situationen gab (z.B. Unwetter).

In diesem Artikel gehe ich ausschließlich auf den natürlichen Pflanzenschutz ein. Auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln verzichte ich hingegen komplett, da wir mit Chemikalien mehr kaputt machen als gut. In meiner gärtnerischen Lehrzeit brachte man mir und vielen Land- und Forstwirten bei, dass der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln unverzichtbar ist. In den letzten zwei Jahrzehnten belehrte mich die Natur jedoch eines besseren. Heute kann ich sagen: Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, dann kommst du auch komplett ohne chemische, künstliche und (weitgehend) industrielle Mittel aus. Das meiste holst du direkt aus der Natur.

Natürlicher Pflanzenschutz kennt keine Schädlinge und Unkräuter

Beim natürlichen Pflanzenschutz gibt es keine Schädlinge, Unkräuter und Ähnliches. Das würde nur die Trennung von allem anderen bedeuten. Alles hat seine Daseinsberechtigung. Sogenannte „Schädlinge“ im Übermaß tauchen nur auf, wenn es im Naturkreislauf irgendwo ein Ungleichgewicht gibt. Unabhängig davon ob Menschengemacht oder durch Naturkatastrophen. So kann beispielsweise ein Blattfraß an einem Obstbaum den hohen Wasserbedarf des Baumes im Hochsommer reduzieren. Wenn wir in diesem Beispiel jetzt chemische Pflanzenschutzmittel einsetzen würden, dann würde der Obstbaum durch den fehlenden Blattfraß vertrocknen – zumindest solange wir ihn nicht gießen. Ein sogenannter Schädling kann also gleichzeitig ein Nützling sein.

Wir dürfen nicht vergessen, dass es weltweit Millionen Arten von Tieren, Insekten, Bakterien, Viren, Pilzen und Pflanzen (usw.) gibt. Es dürfte klar sein, dass jede noch so kleine „Bekämpfung“ Auswirkungen auf unser Ökosystem hat. Insbesondere chemische Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger bringen das ökologische Gleichgewicht total durcheinander, die alleine in den letzten Jahrzehnten zum Aussterben vieler Arten geführt haben. Es gibt Dinge im Leben, die wir zwar nicht immer verstehen, worauf wir aber dennoch vertrauen dürfen. Die Natur kennt nun mal keine auf Wachstum orientierte Marktwirtschaft und Zivilisation (konkurrieren), sondern nur die natürlichen und universellen Gesetzmäßigkeiten (kooperieren). Wir alle sind miteinander verbunden und alles ist ein bedingungsloses Geben und Nehmen.

Mögliche Ursachen von Schadbildern

Die Ursachen von Schäden, also Unregelmäßigkeiten, an unseren Pflanzen können vielfältig sein. Aber auch hier gilt: Schädlinge sind auch Nützlinge. Deshalb solltest du mit Pflanzenschutzmitteln nur eingreifen, wenn der akute Befall einfach zu stark ist und deine Lebensgrundlage dadurch gefährdet ist. Weniger um die „Schädlinge“ auszurotten, sondern vielmehr um den Befall zu reduzieren. Im Groben lassen sich die Ursachen von Schadbildern in folgende Bereiche aufteilen:

  • Insekten, Weichtiere, Nematoden, Milben und Säugetiere. Alle gehören sie dazu – die Tiere. Insekten bestäuben nicht nur die Blüten, so das wir reichlich ernten können, sondern fressen oder saugen je nach Art manchmal auch die Blätter oder Stängel unserer Pflanzen. Gibt es reichlich Nahrung, so vermehren sie sich auch üppig. Weichtiere wie Nacktschnecken fressen liebend gern unser frisches Blattgemüse, aber auch Aß und andere Naturabfälle. Weinbergschnecken hingegen fressen vorwiegend abgestorbene Pflanzenteile und die Eier von Nacktschnecken (daher kein Schneckenkorn!). Bodenlebende und wurmartige Nematoden sind für die Humusbildung zuständig, manche Arten verirren sich aber auch mal in die Wurzeln oder Stängel, wo sie großen Schaden anrichten können. Und manche Milbenarten sind saugende Spinnentiere, die die Blätter ihrer Wirtspflanzen aussaugen. Zu guter Letzt gibt es noch wild lebende Säugetiere, die unsere Gärten umgraben oder unsere Nutzpflanzen fressen.

  • Bakterien sind sehr gute Nützlinge. Das fängt bereits in unserem Darm an (Immunsystem) und geht über das Haltbarmachen von Lebensmitteln wie Sauerkraut, Apfelessig und Sauerteig hinaus. In unserem Garten sind Bakterien insbesondere bei der Zersetzung von abgestorbenen Naturalien und Humusbildung unverzichtbar. Ohne Bakterien könnten die für die Pflanzen und uns lebensnotwendigen Nährstoffe nicht freigesetzt und aufgenommen werden. Bakterien können aber auch ernsthafte Krankheiten hervorrufen. Beispiele sind Krebs und Fäulnis (z.B. der berüchtigte Feuerbrand). Unerwünschten Bakterien können wir mit Pflanzenschutzmitteln leider kaum entgegenwirken.

  • Genauso wie Bakterien sind Viren mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Auch Viren haben ihre Daseinsberechtigung, wobei dieses Thema viel komplexer ist. Da Viren nicht ohne Wirt überleben können, verändern und passen sich diese ständig an. Ist die Pflanze erst einmal mit einem Virus angesteckt, dann nistet dieser sich in die lebende Zelle der befallenen Pflanze ein und nutzt für die Vermehrung dessen Infrastruktur. Die Folge sind beispielsweise Kleinwuchs, Missbildungen oder Verfärbungen der Blattadern. Nach allgemeiner Lehrmeinung kann man mittels Pflanzenschutz nicht entgegenwirken (müssen verbrannt oder anderweitig entsorgt werden, nicht auf den Kompost!). Nach meiner Erfahrung können sich aber Pflanzen von bestimmten Viren (und Bakterien) selbst heilen, so das das Schadbild nicht wieder auftaucht.

  • Pilze oder besser dessen Sporen sind bei vielen Einmachmethoden, also die Haltbarmachung von Lebensmitteln, immer eine große Gefahr. Einmal befallen ist das Eingemachte sehr schnell verdorben. Ähnliches gilt, wenn sich bestimmte Pilzarten mit ihren fadenartigen Zellen in das lebende Gewebe unserer Pflanzen einnisten. Dann entziehen sie den Pflanzen die essenziellen Nährstoffe oder blockieren die Leitbahnen, die dann zu den typischen Krankheitsbildern führen. Häufig vorkommende Pilzkrankheiten sind beispielsweise Echter- und falscher Mehltau, Grauschimmelpilze, Baumkrebs, Kraut- und Knollenfäule, Rostkrankheit, Bodenschadpilze und Blattflecken. Je wärmer, feuchter, stickstoffhaltiger und ungelüfteter die Umgebung, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine Pflanze daran erkrankt (mit Abweichungen). So viel Schaden wie Pilze anrichten können, so viel gutes bewirken diese für uns Selbstversorger aber auch. Pilze befallen nämlich nicht nur lebendes, sondern auch totes organisches Material. So tragen Pilze zusammen mit Bakterien und Insekten aktiv am Zersetzungsprozess und zur Humusbildung bei, die die Nährstoffe für die Pflanzen (und darüber wir Menschen und Tiere) erst aufnahmefähig macht.

  • Aktueller denn je sind die zunehmenden Wetterveränderungen zu nennen. Das versetzt unsere Pflanzen zunehmend in Stress. Insbesondere die langen Trockenperioden, fehlenden Frosttage, Plagegeister aus fernen Ländern (die noch keine natürlichen Feinde haben), zunehmenden Stürme und kurzzeitigen Starkregen sind hier zu nennen. Hier bleibt nur entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Ein paar Vorteile hat das ganze jedoch: Die Vegetationszeit verlängert sich und die Nachfrage nach alten Sorten nimmt wieder zu. Letzteres deshalb, weil altes Gartengemüse und Streuobst oft viel widerstandsfähiger sind als die auf ertragsorientierten und genmanipulierten Neusorten. Lange Trockenphasen sind oft kein Problem.

  • Zu guter Letzt bleiben wir selbst noch übrig. Wenn wir im Garten zu viel oder zu wenig tun, die Pflanzen nicht richtig mit Wasser und Nährstoffen versorgen, “Unkräuter” herausrupfen, zu früh Mähen oder gegen das Ökosystem mit chemischen Spritzmitteln und Mineraldüngern vorgehen, dann brauchen wir uns nicht wundern, wenn wir keine gesunden Pflanzen und Früchte ernten können.

Erschaffe dir dein eigenes Ökosystem

Deine Selbstversorgung solltest du immer gesamtheitlich betrachten. Sonst besteht die Gefahr, dass du nur die Symptome behandelst und nicht die eigentliche Ursache. Oder anders ausgedrückt: Wer die Ursache kennen möchte geht zum Heilpraktiker und wer nur die Symptome behandelt haben möchte zum Hausarzt. Es ist ein Geben und Nehmen zwischen allen Beteiligten. Also eine Kooperieren und kein Konkurrieren. Die Zusammenarbeit zwischen dir, den Tieren, Pflanzen, Insekten, Bakterien, Viren und vielen anderen Lebewesen sollte so ausgerichtet sein, dass alle Geschöpfe gut davon leben können. Hierzu gehören auch die sogenannten Schädlinge und Unkräuter. Vielfalt statt Einfalt heißt die Devise. Erst dann kann sich ein natürlicher Kreislauf entwickeln. Solange du unter anderem deine Pflanzen gut versorgt, die Fruchtfolge einhältst, alt bewährte Sorten verwendest und es sich um Klein(st)flächen handelt, solange werden die sogenannten Schädlinge und Unkräuter auch nicht überhand nehmen. Und wenn es doch mal zu viel werden sollte, dann kannst du mit natürlichen und selbstgemachten Pflanzenschutzmitteln entgegenwirken.

Jedes Lebewesen hat dabei seine Aufgabe: Du beispielsweise für die Gestaltung deines Gartens, die Bienen für die Bestäubung und die Kaninchen für das Düngen. Dabei solltest du so wenig wie möglich in das Ökosystem eingreifen, da die Natur von sich aus eine Tendenz zur Mitte und Ausgeglichenheit hat. Wenn wir Menschen massiv in ein Naturkreislauf eingreifen (z.B. chemischer Pflanzenschutz), dann reagiert die Natur entsprechend. Das ist ganz natürlich. Je massiver, desto extremer. Je mehr du beispielsweise deine Obstbäume zurückschneidest, desto mehr wachsen diese nach. Das Prinzip nennt man heute Yin und Yang. Weniger ist oft mehr.

Düngung – Achte auf die Nährstoffe deiner Pflanzen

Zum vorbeugenden Pflanzenschutz gehört auch, dass wir unsere Pflanzen mit den richtigen Nährstoffen versorgen. Nur so kann sich die Pflanze vollständig entwickeln und so ihre natürliche Abwehrstrategie gegen u.a. unerwünschte Pflanzenfresser anwenden. Abwehrende Pflanzenschutzmittel durch uns werden dadurch erst überflüssig. Normalerweise übernimmt die Nährstoffversorgung die umliegenden Pflanzen selbst – beispielsweise durch Laub- und Fruchtfall und vorbeiziehende Wildtiere. Da wir aber den Pflanzen die Frucht abernten und Wildtiere keine Hinterlassenschaften in unserem Garten hinterlassen, müssen wir mit anderen natürlichen Düngern die Nährstoffe künstlich in den Boden wieder zuführen. Wie das geht und was du beachten solltest findest du hier.

Vorbeugender und abwehrender Pflanzenschutz

Im wesentlichen gibt es zwei Arten von Pflanzenschutz:

  • Beim vorsorglichen Pflanzenschutz geht es darum, die Bedingungen zu schaffen, damit es überhaupt erst zu keinen Krankheiten oder unerwünschten Befall kommt. Das wichtigste hierbei ist zum einen die Schaffung eines naturnahen Kreislaufs bzw. die Einbindung in ein bestehendes Ökosystem und zum anderen die optimale Nährstoffversorgung. Letzteres ist deshalb so wichtig, da wir mit unserer Ernte jedes mal den Pflanzen die Nährstoffe entziehen. Und ohne Nährstoffe werden die Pflanzen anfälliger für Krankheiten. Das ist bei uns Menschen nichts anderes.

  • Der abwehrende Pflanzenschutz hingegen kommt erst zur Anwendung, wenn die Pflanze bereits geschwächt, befallen oder krank ist. Hier sollten wir sofort handeln, damit sich die Sache nicht verschlimmert oder womöglich noch auf andere Pflanzen überträgt.

Natürliche Pflanzenschutzmittel (Beispiele)

Nun kommen wir zu einigen vorbeugenden und abwehrenden Pflanzenschutzmitteln. Bei den abwehrenden Mitteln muss vollständigerweise gesagt werden, dass du damit nur die Symptome behandeln kannst, aber nicht unbedingt die eigentliche Ursache. Sogenannte Krankheiten kommen nach meiner Erfahrung immer nur dann vor, wenn es im Ökosystem irgendwo ein Ungleichgewicht gegeben hat oder noch gibt. Das kann an deinem Ökosystem liegen als auch Global auf der Erde oder aus dem Weltall (z.B. fehlende Nützlinge, eingeschleppte Erreger, Erderwärmung, Magnetwellen, Unwetter). Alles ist miteinander verbunden, so wie ein Dominoeffekt.

Was aber letztendlich die Ursachen sind, kannst du nur durch Beobachten, Erfahrung und viel Geduld herausfinden. Und wenn du nichts herausfindest, dann schließt Mutter Natur früher oder später von sich aus vorhandene Systemlücken und sorgt so für ein natürliches Gleichgewicht (kleine Differenzen bleiben aber). Weiterhin solltest du immer nur das mildeste Mittel einsetzen und nicht gleich die Extreme (von was auch immer). Die Extreme würde nur wieder zu extremen Reaktionen der Natur führen, wie wir es aus der konventionelle Landwirtschaft her kennen (z.B. chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel führen zum Massenaussterben von Nützlingen).

  • Pflanzliche Jauchen sind nicht nur nährstoffhaltige Dünger, sondern auch altbewährte Pflanzenschutzmittel. Diese kannst du ganz einfach selbst herstellen. Wie das genau geht, zeige ich dir hier: Pflanzenjauche selber machen.

    Sobald alles fertig ist, gießt oder besprühst du damit deine befallenen Pflanzen. Beim Gießen nehmen die Pflanzenwurzeln die in der Jauche enthaltenen Abwehr- und Nährstoffe auf, die dann wiederum von den unerwünschten Blattsaugern oder Pflanzenfressern mit aufgenommen werden. Beim Besprühen der Pflanzen ist es ähnlich, wobei der Effekt hier direkt von außen erfolgt. In beiden Fällen ergreifen die „Schädlinge“ mehr oder weniger die Flucht oder sterben daran.

    Die Dosierung ist stark davon abhängig, welche Pflanzen du verwendest, zu welcher Jahreszeit du die Pflanzenteile sammelst (bis zur Samenbildung die meisten Nährstoffe, danach weniger) und wie das Verhältnis von Wasser zu Pflanzenteilen ist. Dabei ist die Wirkung umso stärker, desto weniger du die Brühe verdünnst. Umgekehrt kannst du nicht jede Jauche unverdünnt anwenden, da diese durch ihre Inhaltsstoffe die Pflanzen verbrennen können. Hier gilt es den Spagat zu finden und nach Gefühl und Erfahrung vorzugehen.

    Welche Pflanzen du für die Jauche nimmst, hängt sehr stark von deiner Absicht ab:

Vorbeugend und Abwehrend:

Brennnessel

Blattläuse, Spinnmilben und ganz allgemein bei Insekten; Stickstoffversorgung

Beinwell

Blattläuse, Spinnmilben und ganz allgemein bei Insekten; Stickstoff- und Kaliumversorgung

Wermut

Blattläuse, Ameisen, Raupen und Säulenrost

Wurm- und Adlerfarn

Läuse, Rost und Schnecken

Rainfarn

Rost, Mehltau, Milben, Erdbeerblütenstecher, Himbeerkäfer und Blattwespen

Knoblauch und Zwiebeln

Pilzkrankheiten und Milben

 

  • Auch Seifenlaugen (Schmierseife) haben sich bei saugenden Läusen und (mit Alkohol) Echten Mehltau gut bewährt. Besprüht man die befallenen Pflanzen damit, dann verkleben, ersticken und vertrocknen die Kleinstlebewesen daran, fallen ab oder verschwinden von selbst. Da aus den vorhandenen Eiern noch Läuse nachschlüpfen können, kann der Einsatz von Schmierseifen anfangs öfters erforderlich sein. Leider handelt es sich hierbei nicht immer um ein natürliches Pflanzenschutzmittel. Zumindest dann nicht, wenn wir industrielle Seife verwenden (es gibt auch selbst hergestellte oder Ersatzstoffe aus der Natur). Daraus besteht nämlich unsere Lauge. Bei hartnäckigen Läusebefall oder beim Echten Mehltau muss noch Alkohol oder Bio-Spiritus hinzugegeben werden. Achte darauf, dass du nur reine, feste, kaliumhaltige und biologische Schmierseife verwendest. Zusatzstoffe und künstliche Duftstoffe haben auf unseren Pflanzen nichts zu suchen. Die Seife wird dann nur noch mit Wasser vermischt und auf die befallenen Pflanzen besprüht – das war es auch schon.

  • Holzasche aus deinem Offen kannst du nicht nur als Dünger, sondern auch gut bei Läusen und Schnecken verwenden. Dazu bestäubst du Morgens, solange noch der feuchte Tau auf den Pflanzen liegt, während der Wachstumszeit regelmäßig oder bei akuten Befall deine Pflanzen. Das hilft dann vorbeugend oder abwehrend bei Läusebefall. Bei Schnecken hingegen legst du vorbeugend einen Kreis aus Asche um deine Pflanzen. Die Schnecken kehren dann um, ohne das eine Tötung notwendig gewesen wäre. Das ganze funktioniert aber nur solange wie es nicht regnet. Bitte bedenke, dass du die kalkhaltige Holzasche nicht bei jeder Pflanze verwenden kannst, da diese u.a. den pH-Wert des Bodens verändert – mehr hier. Weiterhin kann der Einsatz von Holzasche vielen (nützlichen) Insekten einen qualvollen Tod durch Verkleben, Verhungern und Atemwegsprobleme bescheren. Hier solltest du von Fall zu Fall abwägen.

  • Mit Netzen habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Es handelt sich hierbei um eine vorbeugende Methode. Zuallererst solltest du aber Wissen, welche Tierarten du von welchen Pflanzen fernhalten möchtest. Wenn beispielsweise Vögel liebend gern die Beeren deiner Sträucher fressen, dann benötigst du ein weitmaschigeres Netz als wenn du deinen Gemüsegarten vor eierlegende Fliegen schützen möchtest (letzteres sehr engmaschig, so das aber noch Regen und Licht durchkommt). Hier solltest du dich vorher ausgiebig informieren, bevor du irgendwo ein nutzloses Netz kaufst. Dann sollte dein Netz langlebig sein und auch von der Größe her passen. Wenn du alles hast, dann spannst du nur noch das Netz über deinen Obstbestand oder Gemüsegarten – so das alles windgeschützt und dicht ist. Das sollte frühzeitig geschehen. Wann genau hängt von dem „Schädling“ und den zu schützenden Pflanzen ab.

  • Ähnlich wie Netze funktionieren auch schlicht und einfach Zäune. Diese halten wirkungsvoll und vorbeugend alle möglichen Wildtierarten davon ab (z.B. Wildschwein, Rehe), in deinem Garten herumzuwühlen und der Ernte zuvorzukommen. Das macht insbesondere in Waldnähe und auf dem Land Sinn. Es gibt aber auch einige Nachteile: Zum einen greifen wir hier massiv in das natürliche Ökosystem ein. Die Folge könnte andere „Schädlinge“ sein. Zum anderen hält ein Zaun keine Vögel, Klettertiere, Kleintiere und oft auch grabende Tiere fern.

  • Unsere Selbstversorger-Gärten sind oft noch klein genug, dass sich der Einsatz mit der Hand lohnt. Das geht besser als man denkt. Zum Beispiel lassen sich mit der Hand Schnecken, Kohlweißlingsrauben und Kartoffelkäfer einsammeln. Oder Läuse abstreifen bzw. abspritzen. Auch befallene und kranke Blätter lassen sich einsammeln, so das sich das Ansteckrisiko auf weitere Pflanzen reduziert.

Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten und Methoden, wie du deine Pflanzen schützen kannst (z.B. kommerzielle Nützlinge in Gewächshäusern, Gelbe Leimfolien, mechanische Hilfen). Alles hier zu benennen würde den Rahmen sprengen. Das lernst du mit der Zeit. Hier hat jeder Selbstversorger so seine eigene Methode.