Sehr beliebt sind pflanzliche Jauchen. Das liegt daran, dass diese sowohl zur Düngung von Nutzpflanzen als auch für den Pflanzenschutz verwendet werden können. Pflanzenjauche ist eigentlich nichts anderes als Regenwasser, wo zuvor gesammelte Pflanzenteile mithilfe von Bakterien verrottet sind. Also ein reines Naturprodukt. Aufgrund des teilweise hohen Stickstoff- und Kaliumgehaltes ist Jauche als Dünger besonders bei Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf geeignet (Starkzehrern). Aber auch, wenn einfach nur ein schneller Wachstumsschub erreicht werden soll.

Zur Herstellung von Jauche benötigst du Pflanzenteile aus der Natur. Welche du nimmst, hängt sehr stark von deiner Absicht ab. Brennnessel sind bei der Stickstoffversorgung und zur Vorbeugung vor Krankheiten der Klassiker. Ähnliches gilt für den Beinwell, nur das dieser zusätzlich Kalium enthält. Wermut, Ackerschachtelhalm und bestimmte Farnarten sind hingegen eher für den vorbeugenden oder akuten Pflanzenschutz geeignet.

Wozu das ganze

  • Natürliche Düngung von Pflanzen (Naturdünger)
  • Natürlicher Schutz von Pflanzen vor beispielsweise Läusen, Milben, Mehltau und Rost (vorbeugender und abwehrender Pflanzenschutz)

Was ich brauche

  • Regentonne, Gefäß oder Behälter (wasserdicht).
  • Passender Deckel wäre noch super (optional).
  • Regenwasser
  • Pflanzenteile wie zum Beispiel (je nach Vorhaben):
  • Heckenschere zum zerkleinern der gesammelten Pflanzen
  • Optional: Großes Sieb oder Kleidungsstoff als Filter (z.B. bei Anwendung eines Spritzgerätes)
  • Gießkanne (Düngung, Pflanzenschutz) oder Spritzgerät (Pflanzenschutz)

Bevor es los geht

Die Dosierung ist stark davon abhängig, welche Pflanzen du verwendest, zu welcher Jahreszeit du die Pflanzenteile sammelst (bis zur Samenbildung die meisten Nährstoffe, danach weniger) und wie das Verhältnis von Wasser zu Pflanzenteilen ist.

Bei der Anwendung ist die Wirkung umso stärker, desto weniger du die Brühe verdünnst. Umgekehrt kannst du nicht jede Jauche unverdünnt anwenden, da diese durch ihre Inhaltsstoffe die Pflanzen verbrennen können. Hier gilt es den Spagat zu finden und nach Gefühl und Erfahrung vorzugehen.

Los gehts

1.  Regentonne oder Alternative aufstellen und mit Regenwasser füllen.

2.  Benötigte Pflanzenteile frisch sammeln.

3.  Gesammelte Pflanzenteile mit der Heckenschere serkleinern.

4.  Pflanzenteile in die mit Regenwasser befüllte Regentonne geben.

4.  Kräftig umrühren.

4.  Wenn vorhanden einen Deckel rauflegen.

5.  Je nach Temperatur wird die Brühe irgendwann anfangen zu schäumen. Solange es schäumt, muss mindestens einmal am Tag umgerührt werden. Dadurch gelangt Sauerstoff in das Wasser, die den Vergärungsprozess durch die vorhandenen Bakterien beschleunigt.

6.  Irgendwann hört das schäumen auf und das Wasser fängt an kräftig zu riechen. Jetzt kann dein Bio-Dünger oder natürlicher Pflanzenschutz verwendet werden.

Wenn gewünscht, dann noch die “verotteten” Pflanzenteile mit einem Sieb oder Stoffstück aus dem Wasser filtern (z.B. bei Spritzung von Pflanzen).

Bis wann verbrauchen

Sofort oder innerhalb von Tagen. Der schnelle Verbrauch dürfte sicherlich am üblen Geruch liegen.