Pflanzen sind auf bestimmte Nährstoffe von außen angewiesen. Das ist bei uns Menschen nichts anderes. Im Gegensatz zu uns Menschen nehmen Pflanzen die Nährstoffe insbesondere über ihr Wurzelwerk aus dem Erdreich auf – der Humus und das Regenwasser spielt dabei eine wichtige Rolle. Dies geschieht in einer völlig naturbelassenen Umgebung ganz von selbst: Nachdem nämlich Pflanzen oder dessen Laub, Äste und sonstige organische Substanzen absterben, zersetzen hungrige Organismen dessen Bestandteile zu nährstoffreichen Humus, wovon sich die pflanzliche Nachbarschaft unmittelbar ernähren kann. Gelegentlich kommen auch noch Säugetiere mit ihren nahrhaften Hinterlassenschaften vorbei und ab und zu stirbt auch mal ein Tier.

Gelegentlich solltest du deine Pflanzen mit Nährstoffen versorgen (düngen)

Wir Selbstversorger leben von geernteten Nutzpflanzen. Da wir unseren Pflanzen dadurch die Nährstoffe aus dem Boden entziehen und diese der nächsten Pflanzengeneration nicht mehr zur Verfügung steht, müssen wir den Pflanzen die fehlenden Nährstoffe irgendwie ersetzen. Das geschieht mit dem Düngen, die je nach Pflanzenart unterschiedlich ausfallen kann. Tust du das nicht, dann wird der Boden irgendwann so ausgelaugt sein, dass die Pflanzen schwächeln und anfällig für Krankheiten werden. Die Konsequenz wäre, wie in der konventionellen Landwirtschaft, Kunstdünger und chemische Pflanzenschutzmittel. Das möchtest du sicherlich nicht.

Achte daher darauf, dass du deinen Pflanzen nur mit natürlichen Nährstoffen versorgst. Den irgendwann isst du deine Pflanzen ja auch. Das ist Teil deines Ökosystems. Alles was du in den Boden mit einbringst und der Pflanze antust, geht über die Nahrung in deinen Körper zurück (dasselbe gilt für Nutztiere). Demnach ist unsere Nahrung unsere Medizin und unsere Medizin unsere Nahrung.

Die wichtigsten Nährstoffe ganz grob aufgezählt

Am Anfang deiner Selbstversorgung brauchst du die einzelnen Nährstoffe, die deine Pflanzen benötigen, noch nicht zu kennen. Das lernst du mit der Zeit über Sachbücher, das Internet, aus Gesprächen und über den Praxisalltag ganz von selbst. Sobald du diese aber kennst, tust du dich aber viel leichter damit, bestimmte Ursachen bzw. Symptome an deinen Pflanzen zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Das ist nichts anderes wie bei uns Menschen auch: Hat man bestimmte Mangelerscheinungen (z.B. Abgeschlagenheit), so kann man mit entsprechenden Nährstoffen (z.B. Magnesium) entgegenwirken.

Es geht aber hier nicht darum, einen Nährstoffmangel festzustellen und gleich mit mineralischen Kunstdüngern loszulegen. Das hat nämlich nichts mit einem gesamtheitlich betrachteten Ökosystem oder naturnahen Kreislauf zu tun. Es geht vielmehr darum, einen scheinbaren „Mangel“ durch Beobachtung zu erkennen und dann die betroffenen Pflanzen mit natürlichen Ressourcen zu fördern. Klassische Nährstofflieferanten wären beispielsweise Stallmist und Kompost-Humus.

Im folgendem findest du eine Auflistung der wichtigsten Nährstoffe für unsere Pflanzen, die auch wir über unsere Nahrung direkt oder indirekt mit aufnehmen (Links führen zu wikipedia.org).

 

Nährstoffversorgung mit natürlichen Düngern (Beispiele)

Was die Natur uns an Nährstoffen letztendlich zur Verfügung stellt, hängt eng mit deiner Selbstversorgung zusammen. Wer nur Gemüse und Obst anbaut und keine pflanzenfressenden Tiere hält, wird es schwer haben die Pflanzen vollumfänglich mit Nährstoffen zu versorgen. Stallmist und Kompost sind nun mal nicht dasselbe. In diesem Fall muss man eben anderweitig zu seinen Mist kommen. Dasselbe gilt für andere Naturdünger.

  • Stallmist und tierische Jauche (Tierharn)

    Für die Hinterlassenschaften spricht eindeutig der hohe Nährstoffgehalt. Insbesondere Starkzehrer, die uns über den Winter mit immunstärkenden Nährstoffen versorgen (z.B. das Sauerkraut aus Weißkohl), sind auf den hohen Stickstoffanteil im Stallmist angewiesen. Wobei Stallmist nicht gleich Stallmist ist – Pferdemist hat beispielsweise deutlich weniger Stickstoff als Kuh- oder Schweinemist.

    Meistens wird Stallmist mit Humus vorkompostiert oder bereits im Vorjahr noch vor dem Winter in den Boden eingebracht, da manche Pflanzen keinen frischen Mist vertragen und sonst „verbrennen“ würden (z.B. Möhren). Mager liebende Schwachzehrer sind davon mehr betroffen als Starkzehrer. Aber selbst bei Starkzehrern müssen wir aufpassen – das gilt insbesondere für den nährstoffreichen Geflügelmist.

    Umgekehrt hat sich frischer und festgetretener Mist von Schafen und Kaninchen gut als “Langzeitdünger” bei zum Beispiel mehrjährigen Starkzehrern und Obstbäumen bewährt. Tierische Jauche hingegen sind schnell wirkende Dünger.

    Wenn du deinen Boden öfters bearbeitest und dementsprechend lockerer ist, dann solltest du den Mist tiefer einarbeiten, damit die Mineralisierung und damit die Nährstoffaufnahme der Pflanzen nicht so schnell stattfindet. Das verbessert den Wasserhaushalt. Wenn deine Böden hingegen schwerer sind, dann sollte der Mist nur flach eingearbeitet werden, damit die Mineralisierung etwas schneller abläuft und dein Boden einen besseren Lufthaushalt bekommt.

  • Humus

    Beim Humus ist es ähnlich: Wer den wertvollen Küchenabfall (insbesondere Pflanzliches, aber auch Eierschalen, Kaffeeabsatz usw., kein Fleisch) und das Grüngut aus dem Garten über die Grüne Tonne oder auf öffentlichen Reisigplätzen entsorgt, wird kein Humus, kaum Organismen und keine nützlichen Wildtiere im eigenen Garten vorfinden. Dabei sind Komposte und Reisighaufen für die Artenvielfalt und den natürlichen Pflanzenschutz so außerordentlich wichtig.

    Humus entsteht durch Zersetzung von organischen und abgestorbenen Substanzen. Diese Aufgabe übernehmen allerlei tierische und pflanzliche Mikro-/Organismen, die die dort enthaltenen mineralischen Nährstoffe wieder für unsere Pflanzen verfügbar machen (Mineralisierung). Wie lange das dauert, hängt davon ab, wie schnell sich die Organismen vermehren können. Sauerstoff, Wärme, Feuchtigkeit, pH-Wert und kohlenstoffreiche Nahrung sind dabei entscheidende Faktoren.

    Dabei solltest du wissen, dass der Humusgehalt bzw. die verbleibenden organischen Substanzen immer geringer wird, desto mehr du den Boden bearbeitest. Das hängt u.a. mit der Durchlüftung und Stickstoffversorgung zusammen. Ein Acker hat demnach weniger Humus als eine Wiese oder ein wenig bearbeiteter Garten.

    Wenn du nun deinen Boden und damit deine Pflanzen mit Nährstoffen versorgen möchtest, dann kannst du entweder den zuvor zersetzten Humus vom Kompost in das Beet einarbeiten (konventionell) oder du legst die organischen Substanzen direkt in das Beet (ganz unten und darauf noch Erde). Letzteres hat den Vorteil, dass während des Pflanzenwachstums massenhaft Organismen im Beet tummeln (Humusbildung), die Nährstoffe lange halten (Langzeitdünger) und der Boden schön warm bleibt (Anregung des Pflanzenwachstums). Anschließend kann die Aussaat (anfangs wenig Nährstoffbedarf) oder Pflanzung erfolgen.

  • Pflanzliche Jauchen

    Dieser natürliche Dünger ist sehr beliebt. Der Grund liegt daran, dass diese nicht nur zur Düngung, sondern auch als natürlicher Pflanzenschutz verwendet werden können. Aufgrund des teilweise hohen Stickstoff- und Kaliumgehaltes ist Jauche besonders bei Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf geeignet (Starkzehrer). Aber auch, wenn einfach nur ein schneller Wachstumsschub erreicht werden soll.

    Zur Herstellung von Jauche benötigst du andere Pflanzen. Welche du nimmst, hängt sehr stark von deiner Absicht ab. Brennnessel sind bei der Stickstoffversorgung und zur Vorbeugung vor Krankheiten der Klassiker. Ähnliches gilt für den Beinwell, nur das dieser zusätzlich Kalium enthält. Wermut, Ackerschachtelhalm und bestimmte Farnarten sind hingegen eher für den vorbeugenden oder akuten Pflanzenschutz geeignet.

    Jauche kannst du ganz einfach selbst herstellen. Wie das genau geht, zeige ich dir hier: Pflanzenjauche selbst herstellen. Diese kannst du nun – pur (Vorsicht!) oder verdünnt – über das Gießen oder Besprühen deinen Pflanzen zuführen. Beim Gießen nehmen die Pflanzenwurzeln die in der Jauche enthaltenen Nähr- und Abwehrstoffe auf, die dann über unsere Nahrung von uns oder auch von den Fraßfeinden mit aufgenommen werden. Beim Besprühen ist es ähnlich, wobei der Effekt dann von außen erfolgt.

    Die Dosierung ist stark davon abhängig, zu welcher Jahreszeit du die Pflanzenteile sammelst (bis zur Samenbildung die meisten Nährstoffe, danach weniger) und wie das Verhältnis von Wasser und Pflanzenteilen ist. Hier solltest du nach Gefühl und Erfahrung vorgehen.

  • Holzasche

    Wer mit Holz heizt, kann auch die verbrannte Holzasche verwenden. Natürlich alles frei von künstlichen Stoffen und im besten Fall vom eigenen Wald. Andere unbehandelte Pflanzenmaterialien sind natürlich auch geeignet, wobei auf Asche von Kohle und Briketts und Ruß verzichtet werden sollte.

    Im Gegensatz zum Stallmist und Humus übernimmt die Aufgabe der Organismen hier das Feuer: Durch die Verbrennung von „organischen Kohlenstoff“ werden sozusagen die Nährstoffe den Pflanzen verfügbar gemacht. Bringen wir diese Asche nun in den Boden ein, so kann die Pflanze über ihre Wurzelwerk und das Wasser die Nährstoffe problemlos aufnehmen.

    Asche ist sehr nährstoffreich, wirkt stark basisch, hat einen sehr hohen pH-Wert (10 bis 13) und enthält weder organisches Material noch Stickstoff. Da die Nährstoffe leicht löslich und den Boden schnell zur Verfügung stehen, ist es auch zur Kalkung schwerer und lehmiger Böden geeignet (bei leichten Böden solltest du aufpassen).

    Wenn du tonhaltige Böden mit Humus vermischst, dann kann Asche die Eigenschaften deines Bodens verbessern (Kalkgare). Verantwortlich für diese positiven Effekte ist hauptsächlich das in der Asche enthaltene Calcium von 26 bis 40% – auch als Branntkalk bzw. Calciumoxid bezeichnet. Aber auch Kalium (7 bis 12%), Phosphor (4 bis 7%), Magnesium (3 bis 5%) und weitere nährstoffreiche Stoffe tragen hierzu bei. Zum erhöhen des pH-Wertes daher bestens geeignet. Aufpassen solltest du aber gegenüber Pflanzen, die saure Böden lieben, da sich der pH-Wert des Bodens zu schnell erhöhen kann (Überkalkung).

  • Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne

    Im Gegensatz zur Holzasche enthalten Hornsubstanzen sehr viel Stickstoff (9 bis 14%). Einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe überhaupt. Weitere Nährstoffe sind Calcium, Phosphor und Kalium, die aber bei diesem Dünger eine untergeordnete Rolle spielen. Es handelt sich daher um einen Stickstoffdünger.

    Wenn du selbst keine Huftiere hältst und stattdessen Hornprodukte kaufst, dann solltest du bedenken, dass es sich meistens um Schlachtabfälle (Hufen, seltene Hörner) aus weltweiten Massentierhaltungen handelt. Ob das moralisch für dich vertretbar ist, kannst nur du selbst entscheiden. Daneben können diese noch künstliche Zusatzstoffe enthalten.

    Ob du dich eher für Hornmehl, Horngrieß oder Hornspäne entscheidest, hängt von der zeitlichen Düngewirkung ab. Hornmehl ist feiner gemahlen und baut sich daher schneller ab (Wochen) als grob geschrotete Hornspäne (Monate) – Horngrieß liegt dazwischen. Gemeinsam ist, dass es sich um organische Dünger mit Langzeitwirkung handelt, da Organismen die Nährstoffe erst über eine längere Zeit abbauen und den Pflanzen verfügbar machen. Das ist auch der Grund, warum eine Überdüngung hier kaum möglich ist.

    Und auch mit dem neutralen pH-Wert von etwa 7 kannst du nichts falsch machen. Wenn du übrigens das nächste mal deine Haare, Finger- und Fußnägel schneidest, dann kannst du natürlich auch damit deinen Garten mit Stickstoff düngen.

  • Kaffeesatz

    Wenn du Bio-Kaffee trinkst, dann kannst du den Kaffeesatz zum düngen verwenden. Viele Pflanzen als auch Organismen stehen darauf. Kaffeesatz enthält beispielsweise Stickstoff, Phosphor, Kalium und natürlich den Restkoffein. Hier geht es allerdings weniger um eine gezielte Düngung mit bestimmten Nährstoffen, sondern vielmehr darum, die restlichen Nährstoffe aus dem Kaffeesatz zu nutzen und dabei die Pflanzen zu verwöhnen.

    So reduziert man Mangelerscheinungen. Nützliche Organismen werden dadurch angelockt (z.B. Regenwürmer, die den Boden auflockern). Umgekehrt werden durch den im Kaffeesatz enthaltenen Gerb- und Bitterstoff bestimmte Pflanzenfresser ferngehalten. Antiviral und antibakteriell ist dieser darüber hinaus auch noch. Und sogar Blattläuse, Trauermücken, Nacktschnecken, Kartoffelkäfer, Ameisen, Wühlmäuse, Katzen, Pilzbefall und einiges mehr hält der Kaffeesatz fern. Vorausgesetzt bei richtiger Anwendung. Also perfekt als „Nahrungsergänzungsmittel“ und natürlicher Pflanzenschutz.

Stark-, Mittel- und Schwachzehrer und die Fruchtfolge

Jede Pflanzenart hat spezifische Anforderungen. So auch der individuelle Nährstoffbedarf: Einige Pflanzen benötigen mehr Nährstoffe als andere. Die einzelnen Nutzpflanzen können daher ganz grob nach ihren Nährstoffbedarf in Starkzehrer, Schwachzehrer oder irgendwo dazwischen in Mittelzehrer eingeteilt werden.

Um den Boden eines Gartens oder Ackers nicht auszulaugen, solltest du nun die Fruchtfolge beachten. Das bedeutet, dass sich Stark-, Mittel- und Schwachzehrer beim Anbau nacheinander abwechseln. Zudem darf nicht dieselbe Pflanzenfamilie in den Folgejahren an derselben Stelle gepflanzt werden. Im besten lässt du, wie es früher in der Zwei– und Dreifelderwirtschaft noch üblich war, immer eine Teilfläche brach liegen. Du baust also nicht deine ganzen Felder an, sondern lässt abwechselnd immer eine Hälfte oder ein Drittel ungenutzt. Oder du machst daraus eine Gründüngung. Du säst also beispielsweise Buchweizen, Klee, Ölrettich, Raps oder Senf auf diese Fläche und arbeitest diese später in den Boden ein – eine Ernte findet hier nicht statt.

So kann sich dein Boden für die kommende Saison wieder erholen und erneuern. Das versorgt den Boden aber nicht nur mit wertvollen Nährstoffen, sondern beugt auch typische Pflanzenkrankheiten vor (z.B. Fäulnis bei Kartoffeln), die sonst eine chemische Behandlung notwendig machen oder zu einen Totalausfall der Ernte führen könnte. In Kombination mit einem zeitgemäßen Ökosystem, beispielsweise über die Permakultur, lässt sich damit hoch qualitatives Getreide, Gemüse und Obst im Einklang mit der Natur anbauen.

Beispiele:

Starkzehrer

Artischocken, Auberginen, Gurken, Kartoffeln, Knoblauch, Kohl, Kürbis, Lauch, Mais, Mangold, Melonen, Möhren, Obstbäume*, Rhabarber*, Rote Bete, Schnittlauch, Sellerie, Spargel*, Spinat, Tomaten, Zucchini , Zuckermais, Zuckerrübe

Mittelzehrer

Chicorée, Chinakohl, Erdbeeren*, Endivie, Fenchel, Karotten, Knoblauch, Kohlrabi, Mangold, Möhren, Paprika, Pastinake, Radicchio, Radieschen, Rote Bete, Salat, Schwarzwurzel, Spinat, Stangenbohne, Steckrübe, Wurzelpetersilie, Zwiebeln

Schwachzehrer

Buschbohnen, Erbsen, Feldsalat, Kräuter, Radieschen, Rüben, Rucola, Sonnenblumen, Stangenbohnen

*werden mehrjährig angebaut. Diese Pflanzen bleiben also für mehrere Jahre am selben Ort. Da hier eine (jährliche) Fruchtfolge nicht möglich, müssen diese mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Beispielsweise mit pflanzlicher Jauche, Kompost oder Hornmehl.

 

Konventionelle oder kreislauf-basierte Nährstoffzufuhr

Da wir den Nutzpflanzen mit der Ernte wichtige Nährstoffe entziehen, müssen wir diese über den Boden wieder zufügen. Das geschieht direkt oder indirekt mit einer Düngung.

Manche Menschen machen das streng nach Wissenschaft und Lehrbuch – entsprechende Berufe gibt es. Es werden labortechnische Untersuchungen vom Boden gemacht und individuelle Nährstoffbedarfe berechnet, um anschließend genau dosierte Kunstdünger anzuwenden. Diese Vorgehensweise führt früher oder später aber dazu, dass das ökologische Gleichgewicht gestört wird, was den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln notwendig macht.

Diese Chemikalien führen wiederum dazu, dass voneinander abhängige Organismen irgendwann aussterben, die eigentlich für den natürlichen Pflanzenschutz und die Zersetzung der organischen Substanzen nützlich wären. Derartige Maßnahmen sind ein ständiger Kampf gegen das naturgegebene System unserer Erde, woraufhin die Natur in ihrer Gesamtheit mit „Naturkatastrophen“ reagiert. Unsere Natur lässt sich nun mal nicht zähmen und berechnen.

Dann gibt es noch diejenigen, wozu ich und hoffentlich auch du gehörst, die versuchen einen naturnahen Kreislauf zu schaffen und diesen möglichst in ein vorhandenes Ökosystem mit einzubinden. Wichtig hierbei ist, dass du mit der Natur arbeitest und kein Kampf gegen Mutter Natur führst. Alle Menschen, Tiere, Insekten, Organismen, Bakterien, Viren, Pflanzen, Pilze, das Wetter (usw.) und selbst die sogenannten „Unkräuter“ und „Schädlinge“ müssen innerhalb dieses Systems eine vielfältige Einheit ergeben (also keine Monokultur und Massentierhaltung), die es ermöglicht, dass alle voneinander leben können.

So kann beispielsweise Kaninchenmist für die Düngung des Gemüsegartens verwendet werden, woraufhin eine Teilernte für genau diese Tiere wieder als Futter verwendet wird. Oder von den Organismen zersetzte Pflanzenabfälle, Eierschalen und Holzasche kann als humusreicher Kompost wiederverwendet werden.