Unsere Wälder dienen nicht nur dem Waldbaden, sondern versorgen uns auch mit nachwachsenden Naturalien. Darüber hinaus produziert ein Wald Sauerstoff, speichert Wasser und hält den Boden fruchtbar.

Immer mehr setzt sich der Urwaldcharakter mit seiner großen Artenvielfalt durch. Diese sind viel Widerstandsfähiger als Monokulturen. In solchen Wäldern wird nur das Allernötigste gemacht und geerntet wird letztendlich nur das was wächst. So wie es auch wild lebenden Tiere machen.

Im Gegensatz zum Gemüsegarten und Obstanbau sind derartige Waldflächen deutlich größer und weniger intensiv bewirtschaftet. Daneben hat ein eigener Wald einen finanziellen Wert am Boden und Baumbestand. Also durchaus als langfristige Anlage sinnvoll.

Nicht jeder braucht einen Wald

Um Naturalien aus einem Wald zu ernten, musst du nicht unbedingt Waldbesitzer sein. Wenn du nur eine Handvoll Kräuter, Blumen, Früchte, Blumen, Pilze, Farne oder Zweige sammeln möchtest, dann brauchst du keinen Wald – Handstraußregel. Ähnliches gilt für das Betreten eines Waldes zu Erholungszwecken. Hierzu hast du sowieso das Recht (§ 39 Abs. 3 BNatSchG; § 14 BWaldG).

Ganz anders sieht es aus, wenn du Holz aus einem Wald brauchst. Insbesondere Baumstämme sind hier gemeint. Aber auch das Fördern natürlicher Ressourcen aus dem Boden, wie beispielsweise Steine, Sand, Kalk oder der Erdboden selbst. Hier solltest du eine geeignete Fläche kaufen bzw. pachten oder dich zumindest mit den Besitzern absprechen.

Ein Hektar forstwirtschaftliche Fläche kann vier Familien mit Brennholz versorgen. Leider gibt es kaum noch kleinflächige Wälder, mit der Folge, dass unnötige Kosten anfallen und Mitgliedschaften entstehen (z.B. Grundsteuer, SVLFG).

Daneben lassen sich Wildtiere wie Reh oder Wildschwein jagen. Auf deinem Grund und Boden steht nämlich dir das Jagdrecht zu (§§ 3 BJagdB). Ausüben darfst du es aber nur, wenn dein Wald groß genug ist oder du dich mit anderen Grundeigentümern zusammentust (Eigenjagdbezirk) – mindestens 75 Hektar (§ 7 BJagdB). Ansonsten kann sich ein gemeinschaftlicher Jagdbezirk innerhalb einer Jagdgenossenschaft ergeben (§§ 8 BJagdG). Jagdschein, Waffenbesitzkarte usw. nicht vergessen.

Einen eigenen Wald zu besitzen, macht demnach nur Sinn, wenn du das Holz oder andere darauf befindlichen Naturalien regelmäßig und in größeren Mengen brauchst. Für den Eigenbedarf ist das Brennholz, zur Bretterherstellung und vielleicht noch das Wildbret und Tierfell.

Wie du an ein Grundstück heran kommst und was es dabei zu beachten gibt, erfährst du hier.

Du musst dich von deinem Wald versorgen können

Bevor du dir jetzt einen Wald zulegst, solltest du Wissen, was du darauf machen kannst. Denn nicht jeder Wald lässt sich bewirtschaften (Wirtschaftswald). Und wenn doch, dann kann es formelle Einschränkungen geben. Das trifft insbesondere auf geschützte Biotope, Naturschutz-, Boden- und sonstige Schutzwälder zu.

Schürholz zum HeizenIn reinen Schutzgebieten beispielsweise kann die Bewirtschaftung sogar ganz untersagt sein. Wohingegen Besitzer von Wirtschaftswäldern die Pflicht hierzu haben.

Das wichtigste ist jedoch, dass du dich von deinem Wald mit Naturalien versorgen kannst. Je kleiner dabei der Baumbestand und größer dein Bedarf, desto intensiver sind die Eingriffe in die Natur.

Achte deshalb darauf, was du auf deinen Grundstücken formell tun darfst und was nicht. Das erfährst du u.a. bei deinen Vorbesitzern, beim Notar oder dem Forstamt.

Es muss aber dazu gesagt werden, dass es kaum reine Gebiete gibt. So kann ein Wirtschaftswald ein geschütztes Biotop haben (z.B. Bäume, Steinriegel, Mauer, Steinbruch) und gleichzeitig dem Schutz vor Erdrutschen und Lawinen dienen (Boden- und Schutzwald).

Ein Wald ist wie ein Acker

Ein bewirtschafteter Wald ist faktisch nichts anderes wie ein Acker, worauf Bäume angebaut, die dann Jahrzehnte später geerntet werden.

Dabei bepflanzt du deinen Wald mit mehrjährigen und waldtypischen Kulturpflanzen oder du suchst dir aus dem vorhandenen Wildwuchs bestimmte Jungbäume aus (Naturverjüngung). Das können die unterschiedlichsten Baumarten sein (Beispiele, mehr auf BAUMKUNDE.DE):

  • Laubbäume
    Ahorn, Birke, Buche, Eberesche, Eiche, Erle, Esche, Hainbuche, Kastanie, Linde, Pappel, Robinie, Ulme, Vogelkirsche und Weide

     

  • Nadelgehölze
    Douglasie, Eibe, Fichte, Kiefer, Lärche, Tanne, Wacholder, Zeder, Zirbe und Zypresse

Typische Waldsträucher (z.B. Brombeere, Haselnuss, Himbeere, Holunder, Sanddorn, Schwarzdorn, Stechpalme) und krautige Waldpflanzen (z.B. Bärlauch) kommen zwischen den Bäumen, am Waldrand oder nach einem Holzeinschlag meist von selbst.

Naturverjüngung aus BaumstumpfMittels Naturverjüngung kann ein artenreicher Baumbestand unterschiedlichsten Alters entstehen. Diese Mischwälder sind widerstandsfähiger und müssen kaum gepflegt werden.

Kulturpflanzen hingegen kosten Geld und sind pflegeintensiv, haben dafür aber höhere Erträge. Nur sinvoll, wenn du das Holz später verkaufen möchtest.

Diese förderst und pflegst du dann kontinuierlich bis zur Hiebsreife. Anschließend fällst du oder deine Nachfolger die Bäume einzelnstammweise (naturnaher) oder großflächig (Kahlschlag). Das geerntete Holz kannst du nun zum eigenen Verbrauch aufbereiten (z.B. Brennholz) und den Überschuss verkaufen.

Dann erfolgt die Wiederaufforstung von neuem. Ein unendlicher Kreislauf.

Entscheide dich für eine Wald- und Wirtschaftsform

Einen Wald kannst du ganz unterschiedlich bewirtschaften. In Notzeiten und in der ärmeren Bevölkerung war der Niederwald die gängigste Form. Heute hingegen findet man fast nur noch den Hochwald in den unterschiedlichsten Varianten vor. Dieser ist nicht nur naturnaher, sondern auch wirtschaftlicher, als ein Niederwald.

  • Hochwald – für generationsübergreifende und hochwertige Stämme

    Ein HochwaldMeistens erntet man Hochstämme erst nach rund 50 (Nadelwald) bis 80 Jahren (Laubwald), sobald diese mehr oder weniger die Endhöhe erreicht haben. Jede Generation erntet also den Baumbestand der Vorgeneration und pflanzt für die nächste Generation (Kernwuchs).

    Wenn das ökologische Gleichgewicht erhalten bleiben soll und man eher einen Urwaldkarakter möchte, dann kommen Dauerwälder bzw. Plenderwälder in Betracht. Hier werden nur einzelne Stämme geerntet (kein Kahlschlag), Jungpflanzen artenreich bestockt und die Bäume sind unterschiedlichsten Alters. Die Bodenfruchtbarkeit bleibt u.a. wegen des vielen Totholz hoch.

    Die Vegetation ist im Vergleich zum Niederwald sehr gering, da kaum Licht auf den Boden trifft.

  • Niederwald – kurzfristige und intensive Lösung für Brennholz

    NiederwaldDiese Form der Bewirtschaftung ist heute kaum noch anzutreffen. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen Waldbestand der „Nieder“ ist, also keine allzu hohen Bäume hat.

    Das kommt daher, da die Bäume oft mehrstämmig aus dem Wurzelstock austreiben – dem Stockausschlag. Nach etwa 10 bis 30 Jahren werden diese dann geerntet.

    Die Holzqualität ist hier nicht so gut, weshalb es sich eigentlich nur als Brennholz für den Eigenbedarf eignet. Da man Niederwälder normalerweise nur dort anwendet, wo das Holz nicht ausreicht, ist eine intensivere Bewirtschaftung üblich. Was wiederum zu mehr Eingriffen in die Natur führt.

  • Mittelwald – eine Mischung aus Hoch- und Niederwald

    Wo die Bäume des Niederwaldes immer wieder von neuem aus dem Stock austreiben (Stockausschlag), so wachsen die Bäume des Hochwaldes – bepflanzt oder natürlich – aus den Samen heraus (Kernwuchs). Möchtest du eine Mischung von beiden, dann entsteht ein Mittelwald aus Ober- (Hochwald) und Unterholz (Niederwald).

  • Waldweide oder auch Hutewald – Hochwald worin Nutztiere weiden

    WaldweideDerartige Wälder werden vorwiegend als Viehweide genutzt, so wie man es von den Wiesen her kennt. Beispielsweise mit Ziegen, Schafen, Schweinen, Rindern oder Pferden.

    Da diese Tiere die ganzen Jungaustriebe, Äste, Zweige, Eicheln, Buchecker, Sträucher, das Laub und Wildobst fressen, entstehen so lichte Wälder. Dadurch kommt mehr Kraut auf den Boden und die wenigen großen Bäume können besser wachsen.

    Diese Waldform war bis in das Mittelalter üblich und ist heute fast ausgestorben. Wenn du das machen möchtest, dann kannst du solche Flächen pachten. Auf anders genutzten Waldflächen brauchst du vermutlich eine behördliche Genehmigung.

    Tipp: Im Freilichtmuseum Hessenpark (PLZ 61267) und Naturschutzgebiet Viehweide in Michelbach a.W. (PLZ 74613) findest du solche Waldweiden.

Holz rausschaffen und verarbeiten oder umgekehrt?

Stamm direkt im Wald spaltenAls ich meinen Wald kaufte, hatte ich keine Ahnung, wie ich das ganze Holz jemals aus dem Wald schaffen sollte und zu Brennholz verarbeite.

Da ich nicht das Geld für Maschinen hatte, eignete ich mir so ein Wissen an, wie man es noch vor Jahrhunderten machte. Heute schaffe ich das ganze Holz unter Ausnutzung einer Hanglage ohne jegliche Maschinen aus dem Wald.

Überlege auch du dir, wie du dein Holz arbeitsarm aus deinem Wald schaffst. Maschinen erleichtern dir zwar die Arbeit, notwendig sind diese aber nicht.

Insbesondere wenn du dir die Zeit nimmst, naturnah arbeiten möchtest oder nicht das Geld für Maschinen hast, ist ein reduzierter Maschineneinsatz besser. Davon hängen die zukünftigen Anschaffungs- und Unterhaltungskosten deiner eingesetzten Werkzeuge ab.

Weniger Maschinen spart Geld

Baumstämme kannst du direkt vor Ort zu Brennholz verarbeiten und so in kleinen Stücken aus dem Wald schaffen. Hier reicht eine Motorsäge, Spaltaxt und dessen Zubehör.

Technischer Einsatz geht schneller

Oder du schaffst zuerst den ganzen Stamm heraus. Hier brauchst du ein Zugpferd, Traktor mit Seilzug oder du lässt den Stamm einen Hang herunterrutschen.

Informiere dich, wie deine Vorbesitzer das gemacht haben. Auch Freilandmuseen geben wertvolle Tipps.

Werkzeuge dürfen nicht fehlen

Die Waldarbeit gehört definitiv zu den körperlich anstrengendsten und gefährlichsten Arbeiten der Selbstversorgung. Um die Arbeit zu erleichtern und sicherer zu machen, kannst du auf Werkzeuge zurück greifen. Ob du dabei alles von Hand machst (z.B. Axt, Zweimann-Handsäge), auf motorbetriebene Maschinen zurückgreifst (z.B. Motorsäge, Spalter, Traktor) oder von beiden etwas, ist dir überlassen.

Motorsägen sind die KlassikerAuf die einzelnen Werkzeuge gehe ich nicht ein. Im Wesentlichen solltest du damit Bäume sicher fällen, aus dem Wald schaffen und das Holz verarbeiten können. Am besten du schaust dich in den vielen Foren, Gruppen, Forst-Shops (z.B. KOX), Freilandmuseen (altes Wissen), SVLFG (Arbeitssicherheit) und bei anderen Waldbesitzern um.

Zuvor solltest du dich aber für deine ganz persönliche Arbeitsmethode entschieden haben. In kleinflächigen Hanglagen beispielsweise lassen sich ganz andere Maschinen einsetzen, als auf großen ebenen Flächen.

Ich selbst habe für meinen Wald in Hanglage eine Profi-Motorsäge (rund 1.000 Euro) zum fällen und entasten, Axt (90 Euro) zum spalten und für den Keil (15 Euro), verschiedene Seile und vieles Zubehör (Ketten, Schwert, Kanister mit Öl und Benzin usw.). Auch mein Kleinwagen kommt manchmal zum Einsatz.

Wenn du an deine Grenzen kommst

Die nachhaltige Arbeit eines Waldes wird von vielen unterschätzt. Insbesondere an Hanglagen und Straßen können umfangreiche Maßnahmen anfallen. Aber auch umsturzgefährdete Bäume in Gebäudenähe sind davon betroffen. Wenn du mal an deine körperlichen, technischen oder geistigen Grenzen kommst, dann kannst du das tun:

  • Frage dein Netzwerk

    Oft reicht es, wenn man im Bekanntenkreis jemand hat, der selbst einen Wald hat und die Maschinen dafür hat. Ihr könnt euch immer wieder gegenseitig helfen und so das Geld für den anderen sparen.

  • Bilde dich weiter und schaffe dir das Werkzeug dafür an

    Solltest du davon ausgehen, dass bestimmte Arbeiten öfters anfallen, dann kannst du dir das ganze Wissen zeigen lassen und die notwendigen Werkzeuge kaufen, tauschen oder leihen. So sparst du dir das Geld für Dienstleister oder des Försters.

    Die Themenfelder sind sehr umfangreich: Umgang mit der Motorsäge (z.B. Motorsägenkurs), Fälltechniken, Seilwinde, Baumkontrollen, Sicherungsmaßnahmen, Fallrichtung, Baumhöhe und vieles mehr.

  • Beauftrage deinen Förster (Forstamt) – Förderung möglich

    Mit dem zuständigen Forstamt kannst du einen Vertrag für bestimmte Leistungen eingehen.

    So kannst du dich u.a. in allen Waldfragen beraten lassen, über den Förster Lohnunternehmen beauftragen und das überschüssige Holz verkaufen lassen. Die Beratung ist meistens kostenlos, andere Leistungen werden nach Zeitaufwand abgerechnet und beim Holzverkauf wird vom Erlös etwas abgezogen.

    Und das Beste: Du kannst als Waldbesitzer für bestimmte Leistungen eine Förderung von über 70% erhalten. Im Land Baden-Württemberg beispielsweise können Waldbesitzer auf Antrag eine sogenannte DE-minimis Beihilfe erhalten, wo statt den über 70 Euro Gestehungskosten, tatsächlich nur knapp 30 Euro Betreuungsentgelt jeweils pro Stunde anfallen.

    Meistens handelt es sich um eine „fallweise Betreuung“ (nur bei Bedarf), manchmal aber auch um eine „ständige Betreuung“.

  • Beauftrage einen Dienstleister

    Es gibt sehr viele Dienstleister auf dem Markt, die sich auf Bäume spezialisiert haben. So können diese problemlos Bäume in Gebäude- oder Straßennähe fällen und rausschaffen.

    Frage vor Beauftragung schriftlich nach, ob diese über das entsprechende Wissen, die Fälltechnik und eine Betriebshaftpflicht verfügen. Es bringt nichts, wenn es einen teuren Personen- oder Sachschaden gibt und diese letztendlich auf dich zurückfällt.

    So gut wie diese Unternehmen sind, so hoch sind die Preise. Frage auch danach. Oft ist der geförderte Auftrag über den Förster günstiger und rechtssicherer (hat verschiedene Gründe).

    Finden tust du diese zum Beispiel bei den Gelbe Seiten, ebay-kleinanzeigen, in der regionalen Zeitung oder bei den Forstämtern selbst.

Darauf solltest du als Waldbesitzer achten

Es gibt ein paar Dinge, die du als Waldbesitzer beachten solltest. Diese halte ich für wichtig:

Achte auf die Arbeitssicherheit und trage Schutzkleidung (PSA)

Als Waldbesitzer solltest du auf die eigene Sicherheit und die deiner Helfer achten. Beim Motorsägeneinsatz beispielsweise ist immer eine Schnittschutzhose, Helm, Gehör- und Gesichtsschutz zu tragen (persönliche Schutzausrüstung / PSA). Auch Fortbildungen können zur Sicherheit beitragen.

Einmal daneben gesägt, kann das langfristige Arbeitsausfälle bedeuten oder sogar zum Tod führen. Frage bei der SVLFG nach, wenn du dir nicht sicher bist (geben gute Tipps). Hier erfährst du auch, welche Arbeitsunfälle genau versichert sind.

Das wichtigste ist jedoch, nicht alleine im Wald zu arbeiten (vernachlässige ich manchmal auch). Helfer erleichtern nicht nur die Arbeit, sondern können auch gleich die Einsatzkräfte rufen und zum Unfallort delegieren (aufs Funknetz achten).

Sperre den Gefahrenbereich ab

Absperrung des GefahrenbereichsAber nicht nur deine eigene Sicherheit ist wichtig, sondern auch die der Spaziergänger, Wanderer und Fahrradfahrer.

Sobald eine potentielle Gefahr für andere besteht, solltest die Wege um den Gefahrenbereich mit Ketten bzw. Bändern und Warnschildern absperren. Bei Fällarbeiten ist das mindestens die doppelte Baumhöhe.

Beseitige potentielle Gefahren (Verkehrssicherungspflicht)

Diese ist einer der wichtigsten Pflichten überhaupt. Wenn du diese vernachlässigst und jemand oder etwas kommt dabei zu Schaden, dann kann es richtig teuer werden (§  823 BGB). Auch dessen Strafbarkeit wegen Unterlassens ist denkbar (Garantenpflicht).

Verkehrssicherheit an Straßen und WegenAls Waldbesitzer bist du verkehrssicherungspflichtig und für Gefahren verantwortlich, die von deinem Grundstück ausgehen. Aber: Für waldtypische Gefahren bist du nicht haftbar (§ 14 BWaldG). Das gilt insbesondere, wenn jemand deinen Wald oder die Waldwege betritt.

Sollte dein Wald jedoch an öffentlichen oder öffentlich zugänglichen Straßen und Wegen grenzen, dann musst du regelmäßige Baumkontrollen durchführen. Wenn du dabei kranke bzw. absterbende Bäume oder lose Äste (nicht jede Baumart) feststellt, dann musst du diese Gefahren schnellstmöglich beseitigen oder sichern. Ähnliches gilt vor Steinschläge.

Tipp: Wenn du an öffentlichen Straßen eine Straßensperrung brauchst, dann wende dich an die örtliche Straßenmeisterei. Diese sind nach meiner Erfahrung unkompliziert und kosten bei kurzfristigen Sperrungen nichts.

Informiere dich bevor du in geschützte Biotope eingreifst

Auch wenn ein Wald als Wirtschaftswald ausgewiesen ist, können darauf bestimmte Flächen, Bäume, Felsen, Mauern und kulturelle Hinterlassenschaften als Biotope ausgewiesen sein. Diese sind geschützt und werden regelmäßig in ihrer Entwicklung dokumentiert.

Biotop eines SteinbruchsOft kannst du Biotope weiterhin bewirtschaften, aber eben nicht immer. Und manchmal nur mit zusätzlichen Aufwand. Hier kannst du folgendes tun:

Frage bei deiner Forstbehörde oder dem Förster nach, ob sich auf deinem Grundstück ein Biotopschutzwald befindet oder ob eine bestimmte Handlung verboten ist (für Baden-Württemberg: § 30a Abs. 9 LWaldG).

Wenn das so sein sollte, dann kannst du u.U. Entschädigungen vom Land erhalten (für Baden-Württemberg: § 35 LWaldG), da dieses faktisch einer Enteignung gleicht.

Ganzjährige Fällarbeiten sind möglich, aber ...

Üblicherweise finden Waldarbeiten über den Winter statt. Das hat kulturelle, erleichternde, sicherheitsrelevante und naturschützende Gründe.

Schonzeit nicht für den WaldWas viele nicht wissen, ist, dass Bäume und Sträucher auch während des Schutzzeitraumes (1. März bis 30. September) gefällt werden dürfen. Dasselbe gilt auf gärtnerisch genutzten Grundflächen und Kurzumtriebsplantagen.

Es ist also möglich das ganze Jahr über umfangreiche Waldarbeiten durchzuführen. Geregelt ist das Ganze im Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 Abs. 5 Nr. 2 BNatSchG). Das ist deshalb möglich, da es für den Wald bereits sehr umfangreiche Schutzgesetze gibt, die das ganze Jahr über gelten.

Betretungsrecht zu Zwecken der Erholung

Im Wald, auf Wiese, Acker und dessen Wege (Außenbereich) gelten andere Vorschriften, als im Vorgarten bei sich Zuhause (Innenbereich).

Wald für JedermannAls Waldbesitzer musst du dulden, dass andere zu „Zwecken der Erholung“ deinen Wald betreten. Im Gegenzug bist du bei waldtypischen Gefahren nicht haftbar (§ 14 BWaldG). Wobei es auch Ausnahmen hiervon gibt: Zum Beispiel Schutzgebiete, Sonderkulturen, Umzäunungen, während Fällarbeiten, Verkehrssicherungspflicht.

In manchen Bundesländern ist das Betretungsrecht darüber hinaus noch zeitlich beschränkt oder nur auf Waldwegen möglich. Ähnliches gilt für landwirtschaftlich genutzte Flächen (§ 59 BNatSchG).

Handstraußregel - wenn andere Selbstversorger sammeln
Naturalien sammeln im Wald

Nicht nur du darfst auf deinen Waldflächen ernten, sondern auch private Sammler. Im § 39 Abs. 3 BNatSchG heißt es:

„Jeder darf […] wild lebende Blumen, Gräser, Farne, Moose, Flechten, Früchte, Pilze, Tee- und Heilkräuter sowie Zweige wild lebender Pflanzen aus der Natur an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen, in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen.“

Forstwirtschaftliche Flächen begründen die Mitgliedschaft in der SVLFG

Wenn du land- oder forstwirtschaftliche Flächen besitzt, dann bist du automatisches Mitglied in der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Zuständig hierfür ist die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG). Möchtest du dich davon befreien lassen, dann solltest du deine Gesamtfläche von 2.500 Quadratmeter nicht überschreiten und bei dir keine anderen versicherungspflichtigen Umstände vorliegen (z.B. Imkerei).

Der Grundbeitrag ist dabei das teuerste. Dieser liegt zwischen 87,50 und 350 Euro jährlich (2020), wobei der Mindestgrundbeitrag durch eine Korrektur auch etwas niedriger ausfallen kann. Hinzu kommt noch ein individueller Risikobeitrag, der allerdings aufgrund der geringen Flächen von Selbstversorgern kaum etwas ausmacht.

Weiterhin kann deine Grundstücksgröße zur Versicherungspflicht in der Landwirtschaftlichen Alterskasse, Krankenkasse und Pflegekasse führen (auch SVLFG). Insbesondere dann, wenn du nicht mehr als Angestellter tätig bist und die Mindestgrößen der landwirtschaftlichen Alterskasse überschreitest.

Die Beitragshöhe erfolgt hier nicht wie bei Angestellten nach einem Beitragssatz und deren Einkünften (Gehalt, Lohn), sondern nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens (= Größe der Selbstversorgung). Je kleiner die Selbstversorgung, desto geringer fallen faktisch die Beiträge aus.

Extra: Der Kauf von forstwirtschaftlichen Flächen sind genehmigungspflichtig

Wenn du in Deutschland ein land- oder forstwirtschaftliches Grundstück kaufen möchtest, dann benötigst du eine Genehmigung. Zumindest dann, wenn die zusammenhängende Fläche eine bestimmte Mindestgröße überschreitet (in jedem Bundesland unterschiedlich, oft ab zehn Ar, ein bzw. zwei Hektar). Diese beantragst du beim zuständigen Landwirtschaftsamt entweder selbst oder über den Notar – dein Verkäufer kann das aber auch übernehmen. Die Beantragung bzw. dessen erteilte Genehmigung muss dann im Kaufvertrag stehen.

Viele Verbote und EinschränkungenAnschließend können die Siedlungsunternehmen und berufsmäßigen Land- und Forstwirte ihr Vorkaufsrecht ausüben. Wenn dieses nicht fristgemäß wahrgenommen wird und auch sonst nichts dagegen spricht, wird die Behörde den Kauf mit oder ohne Auflagen zustimmen. Grundlage hierfür ist das Grundstückverkehrsgesetz (GrdstVG) bzw. Agrarstrukturverbesserungsgesetz (ASVG in Baden-Württemberg), Reichssiedlungsgesetz (RSiedlG) und die landesspezifischen Bestimmungen.

Die größten Chancen hast du, wenn die Grundstücke schlichtweg für die wirtschaftlich orientierten Land- und Forstwirte uninteressant sind. Beispielsweise wenn die Grundstücke nicht mit schweren Maschinen bewirtschaftet werden können (z.B. Hanglage), die Flächen zu klein sind oder der Kaufpreis über dem Marktwert liegt (nicht höher als 20% über den amtlichen Verkehrswert). Oder du meldest selbst eine Landwirtschaft an, die aber auch Nachteile mit sich bringt.

Ähnlich ist es mit der Landpacht, wobei diese nur anzeigepflichtig ist, aber dennoch von der Behörde beanstandet werden kann.