Der Schutz unserer Pflanzen liegt uns Selbstversorgern sehr am Herzen. Denn ohne vitale Pflanzen gibt es kein leckeres Getreide, Gemüse und Obst. Gefährlich kann es daher werden, wenn beispielsweise Pflanzenfresser, Bakterien, Viren, Nematoden und Naturereignisse den Pflanzen zu schaffen machen. Dann ist unsere Lebensgrundlage existenziell bedroht.

Landwirtschaftliche Monokulturen sind davon deutlich mehr betroffen als unsere kleinen Gärten. Letzteres eigentlich überhaupt nicht, wenn wir Vielfalt mit einbringen, in einem ökologischen Kreislauf gärtnern und es keine extreme Situationen gibt.

Natürlicher Pflanzenschutz kennt keine Schädlinge und Unkräuter

Das würde nur die Trennung von allem bedeuten. Alles hat seine Daseinsberechtigung. Übermäßige „Schädlinge“ tauchen nur dort auf, wo es im Naturkreislauf ein Ungleichgewicht gibt. Unabhängig davon ob Menschengemacht oder durch Naturkatastrophen.

Ein Beispiel:

Schädling und zugleich NützlingSo kann ein Blattfraß an einem Obstbaum den hohen Wasserbedarf des Baumes im Hochsommer reduzieren. Wenn wir jetzt chemische Pflanzenschutzmittel einsetzen würden, dann würde der Obstbaum durch den fehlenden Blattfraß vertrocknen – zumindest solange wir ihn nicht gießen. Ein sogenannter Schädling kann also gleichzeitig ein Nützling sein.

Die Natur kennt nun mal keine auf Wachstum orientierte Marktwirtschaft und Zivilisation, sondern nur die natürlichen und universellen Gesetzmäßigkeiten. Wir alle sind miteinander verbunden und alles ist ein bedingungsloses Geben und Nehmen.

Weltweit gibt es Millionen Arten von Tieren, Insekten, Bakterien, Viren, Pilzen und Pflanzen (usw.). Jede noch so kleine „Bekämpfung“ hätte Auswirkungen auf das Ökosystem. Insbesondere chemische Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger bringen das ökologische Gleichgewicht total durcheinander, die alleine in den letzten Jahrzehnten zum Aussterben vieler Arten geführt haben.

Mögliche Ursachen von Schadbildern

Die Ursachen von befallenen Pflanzen können vielfältig sein. Aber auch hier gilt: Schädlinge sind auch Nützlinge. Deshalb solltest du mit Pflanzenschutzmitteln nur eingreifen, wenn der akute Befall einfach zu stark ist und deine Lebensgrundlage dadurch gefährdet ist. Weniger um die „Schädlinge“ auszurotten, sondern vielmehr um den Befall zu reduzieren.

Im Groben lassen sich die Ursachen von Schadbildern folgendermaßen aufteilen:

Viren

Genauso wie Bakterien sind Viren mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Auch Viren haben ihre Daseinsberechtigung. Da Viren nicht ohne Wirt überleben können, verändern und passen sie sich ständig an. Ist die Pflanze erst einmal mit einem Virus angesteckt, dann nistet dieser sich in die lebende Zelle der befallenen Pflanze ein und nutzt für die Vermehrung dessen Infrastruktur. Die Folge sind beispielsweise Kleinwuchs, Missbildungen oder Verfärbungen der Blattadern.

Nach allgemeiner Lehrmeinung kann man mittels Pflanzenschutz nicht entgegenwirken (müssen verbrannt oder anderweitig entsorgt werden, nicht auf den Kompost!). Nach meiner Erfahrung können sich aber Pflanzen von bestimmten Viren (und Bakterien) selbst heilen, so das das Schadbild nicht wieder auftaucht.

Bakterien

Bakterien sind sehr gute Nützlinge. Das fängt bereits in unserem Darm an (Immunsystem) und geht über das Haltbarmachen von Lebensmitteln wie Sauerkraut, Apfelessig und Sauerteig hinaus.

In unserem Garten sind Bakterien insbesondere bei der Zersetzung von abgestorbenen Naturalien und Humusbildung unverzichtbar. Ohne Bakterien könnten die für die Pflanzen und uns lebensnotwendigen Nährstoffe nicht freigesetzt und aufgenommen werden. Bakterien können aber auch ernsthafte Krankheiten hervorrufen. Beispiele sind Krebs und Fäulnis (z.B. Feuerbrand). Unerwünschten Bakterien können wir mit Pflanzenschutzmitteln kaum entgegenwirken.

Pilze

Verschimmeltes im GlasPilze oder besser dessen Sporen sind bei vielen Einmachmethoden, also die Haltbarmachung von Lebensmitteln, immer eine große Gefahr. Einmal befallen ist das Eingemachte sehr schnell verdorben.

Ähnliches gilt, wenn sich bestimmte Pilzarten mit ihren fadenartigen Zellen in das lebende Gewebe unserer Pflanzen einnisten. Dann entziehen sie den Pflanzen die essenziellen Nährstoffe oder blockieren die Leitbahnen, die dann zu den typischen Krankheitsbildern führen. Häufig vorkommende Pilzkrankheiten sind Echter– und Falscher Mehltau, Grauschimmelpilze, Baumkrebs, Kraut– und Knollenfäule, Rostkrankheit, Bodenschadpilze und Blattflecken. Je wärmer, feuchter, stickstoffhaltiger und ungelüfteter die Umgebung, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine Pflanze daran erkrankt.

So viel Schäden wie Pilze anrichten können, so viel gutes bewirken sie aber auch. Pilze befallen nämlich nicht nur lebendes, sondern auch totes organisches Material. So tragen Pilze zusammen mit Bakterien und Insekten aktiv am Zersetzungsprozess und zur Humusbildung bei, die die Nährstoffe für die Pflanzen (und darüber wir Menschen und Tiere) erst aufnahmefähig macht.

Tiere

MausInsekten bestäuben nicht nur die Blüten, so das wir reichlich ernten können, sondern fressen oder saugen je nach Art manchmal auch die Blätter oder Stängel unserer Pflanzen. Gibt es reichlich Nahrung, so vermehren sie sich auch üppig.

Weichtiere wie Nacktschnecken fressen liebend gern unser frisches Blattgemüse, aber auch Aß und andere Naturabfälle. Weinbergschnecken hingegen fressen vorwiegend abgestorbene Pflanzenteile und die Eier von Nacktschnecken (daher kein Schneckenkorn!).

Bodenlebende und wurmartige Nematoden sind für die Humusbildung zuständig, manche Arten verirren sich aber auch mal in die Wurzeln oder Stängel, wo sie großen Schaden anrichten können.

Und manche Milbenarten sind saugende Spinnentiere, die die Blätter ihrer Wirtspflanzen aussaugen.

Zu guter Letzt gibt es noch wild lebende Säugetiere, die unsere Gärten umgraben oder unsere Nutzpflanzen fressen.

Menschen

SpritzbehälterWenn du im Garten zu viel oder zu wenig tust, die Pflanzen nicht richtig mit Wasser und Nährstoffen versorgst, “Unkräuter” wild herausrupfst, zu früh mähst oder gegen das Ökosystem mit chemischen Spritzmitteln und Mineraldüngern vorgehst, dann brauchst du dich nicht wundern, wenn du keine gesunden Pflanzen und Früchte ernten kannst. Die globalen Auswirkungen der ganzen Menschheitsfamilie lasse ich hier mal weg.

Wildpflanzen

Gras im GemüsebeetJede Pflanze braucht ausreichend Platz, Wasser, Sonne und Nährstoffe. Da es in deinem Garten genügend davon gibt, werden sich dort immer wieder Wildpflanzen ansiedeln, die mit deinen Nutzpflanzen darum konkurrieren. Die Folge sind letztendlich Ernteausfälle.

Da die Natur aber immer versucht einen Ausgleich zu schaffen, kann es gut sein, dass deine Nutzpflanzen genau diese Wildpflanzen brauchen. So können beispielsweise Brennnessel bestimmte “Schädlinge” von deinen Nutzpflanzen fernhalten. Solange der Wildwuchs nicht überhand nimmt, spricht daher nichts gegen Wildpflanzen in deinem Garten.

Wetter

Umgestürzte Fichte durch SturmAktueller denn je sind die zunehmenden Wetterveränderungen zu nennen. Das versetzt unsere Pflanzen zunehmend in Stress. Insbesondere die langen Trockenperioden, fehlenden Frosttage, Plagegeister aus fernen Ländern (die noch keine natürlichen Feinde haben), zunehmenden Stürme und kurzzeitigen Starkregen sind hier zu nennen. Hier bleibt nur entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

Ein paar Vorteile hat das ganze jedoch: Die Vegetationszeit verlängert sich und die Nachfrage nach alten Sorten nimmt wieder zu. Letzteres deshalb, weil altes Gartengemüse und Streuobst oft viel widerstandsfähiger sind als die auf ertragsorientierten und genmanipulierten Neusorten. Lange Trockenphasen sind oft kein Problem.

Ökosysteme brauchen keine chemischen Pflanzenschutzmittel

Obstbaum in einer BlumenwieseDeine Selbstversorgung solltest du immer gesamtheitlich betrachten. Sonst besteht die Gefahr, dass du nur die Symptome behandelst und nicht die eigentliche Ursache. Kennst du erst mal die Ursache, dann verschwinden die Symptome meist ganz von selbst.

Es ist ein Geben und Nehmen zwischen allen Beteiligten. Also eine Kooperieren und kein Konkurrieren. Die Zusammenarbeit zwischen dir, den Tieren, Pflanzen, Insekten, Bakterien, Viren und vielen anderen Lebewesen sollte so ausgerichtet sein, dass alle davon leben können. Hierzu gehören auch die sogenannten Schädlinge und Unkräuter. Vielfalt statt Einfalt heißt die Devise. Erst dann kann sich ein natürlicher Kreislauf entwickeln.

Solange du deine Pflanzen gut versorgt, die Fruchtfolge beachtest, auf Kleinflächen altbewährte und vielfältige Sorten anbaust, solange werden sogenannte Schädlinge und Unkräuter auch nicht überhand nehmen. Und wenn es doch mal zu viel werden sollte, dann kannst du mit natürlichen Pflanzenschutzmitteln entgegenwirken.

Jedes Lebewesen hat dabei seine Aufgabe: Du beispielsweise für die Gestaltung des Gartens, die Bienen für die Bestäubung und die Kaninchen für das Düngen. Dabei solltest du so wenig wie möglich in das Ökosystem eingreifen, da die Natur von sich aus eine Tendenz zur Mitte und Ausgeglichenheit hat.

Je massiver wir Menschen in natürliche Kreisläufe eingreifen, desto extremer reagiert die Natur. Je mehr du beispielsweise deine Obstbäume zurückschneidest, desto mehr wachsen diese nach. Dieses universelle Prinzip nennt man Yin und Yang. Weniger ist mehr.

Vorbeugen ist besser als Abwehren

Im wesentlichen gibt es zwei Arten von Pflanzenschutz:

  • Beim vorbeugenden Pflanzenschutz geht es darum, die Bedingungen zu schaffen, damit es überhaupt erst zu keinen Krankheiten oder unerwünschten Befall kommt. Das wichtigste hierbei ist zum einen die Schaffung eines naturnahen Kreislaufs bzw. die Einbindung in ein bestehendes Ökosystem und zum anderen die optimale Nährstoffversorgung. Letzteres ist deshalb so wichtig, da wir mit unserer Ernte jedes mal den Pflanzen die Nährstoffe entziehen. Und ohne Nährstoffe werden die Pflanzen anfälliger für Krankheiten. Das ist bei uns Menschen nichts anderes.
  • Der abwehrende Pflanzenschutz hingegen kommt erst zur Anwendung, wenn die Pflanze bereits geschwächt, befallen oder krank ist. Hier solltest du sofort handeln, damit sich die Sache nicht verschlimmert oder womöglich noch auf andere Pflanzen überträgt. Leider kannst du hier nur die Symptome und nicht die eigentliche Ursache behandeln. Sogenannte Krankheiten kommen immer nur dann vor, wenn es irgendwo ein Ungleichgewicht gibt. Das kann an deinem Ökosystem liegen, als auch Global auf der Erde oder aus dem Weltall (z.B. fehlende Nützlinge, eingeschleppte Erreger, Erderwärmung, Magnetwellen, Unwetter). Alles ist miteinander verbunden, so wie ein Dominoeffekt.
Versorge deine Pflanzen mit genügend Nährstoffen

Laub als DüngerZum vorbeugenden Pflanzenschutz gehört auch, dass wir unsere Pflanzen mit den richtigen Nährstoffen versorgen. Nur so können sich die Pflanzen vollständig entwickeln und ihre natürliche Abwehrstrategie gegen u.a. unerwünschte Pflanzenfresser anwenden. Abwehrende Pflanzenschutzmittel durch uns werden dadurch erst überflüssig.

Normalerweise übernimmt die Nährstoffversorgung die umliegenden Pflanzen selbst – beispielsweise durch Laub- und Fruchtfall und vorbeiziehende Wildtiere. Da wir aber den Pflanzen die Frucht abernten und Wildtiere keine Hinterlassenschaften in unserem Garten hinterlassen, müssen wir mit anderen natürlichen Düngern die Nährstoffe künstlich in den Boden wieder zuführen. Wie das geht und was du beachten solltest zeige ich dir hier.

Mit diesen Maßnahmen unterstützt du deine Pflanzen (Beispiele)

Nachdem du durch Beobachten, Erfahrung und viel Geduld die eigentliche Ursache kennst, kannst du folgende Maßnahmen bzw. Mittel anwenden.

Wende dabei immer nur das mildeste Mittel ein und nicht gleich die Extreme (von was auch immer). Die Extreme würde nur wieder zu extremen Reaktionen der Natur führen, wie wir es aus der konventionelle Landwirtschaft her kennen.

  • Nützlinge einsetzen

    Ameisen sind auch NützlingeNützlinge passen auf, dass die Population von Schädlingen nicht überhand nimmt.

    Hierzu zählen u.a. Ameisen, Amphibien, Bakterien, Blindschleiche, Eidechsen, Eulen, Fledermäuse, Fliegen, Frösche, Füchse, Greifvögel, Hornissen, Igel, Käfer, Katzen, Kreuzotter, Kröten, Larven, Libellen, Marienkäfer, Maulwurf, Nematoden, Ohrwürmer, Pilze, Raubmilben, Reptilien, Ringelnatter, Schlupfwespen, Spinnen, Spitzmäuse, Vögel, Würmer und Zauneidechsen.

    Sorge dafür, dass sich potentielle Nützlinge bei dir wohlfühlen (z.B. Nistkästen, Hecken, Totholz, Reisig-/Steinhaufen). Dann kommen sie von ganz alleine und bleiben auch.

    Bedenke, dass ein Nützling auch ein Schädling sein kann. So jagt eine Katze nicht nur Mäuse, sondern auch Vögel. Oder Ameisen erbeuten nicht nur unliebsame Insekten, sondern schützen auch pflanzen-schädigende Blattläuse. Auch die Arten untereinander können einen Unterschied machen.

  • Netze

    Schutznetz über GemüsegartenEs handelt sich hierbei um eine vorbeugende Methode. Je nach Maschenweite verhinderst du durch speziell Insekten- und Vogelschutznetzen das Eindringen von Insekten und Vögeln. Diese werden also beispielsweise am Eierlegen (= Blattfraß durch Larven) und Obstklau gehindert.

    Achte darauf, dass dein Netz langlebig ist und auch von der Größe her passt. Kaufe lieber ein Größeres, da die abgedeckten Pflanzen noch wachsen. Wenn du alles hast, dann spannst du nur noch das Netz über deinen Obstbestand oder Gemüsegarten – so das alles windgeschützt und dicht ist. Das sollte frühzeitig geschehen.

  • Zäune

    SchutzzaunÄhnlich wie Netze funktionieren auch Zäune als Barriere. Diese halten wirkungsvoll und vorbeugend alle möglichen Wildtierarten davon ab (z.B. Wildschwein, Rehe), in deinem Garten herumzuwühlen und der Ernte zuvorzukommen. Das macht insbesondere in Waldnähe und auf dem Land Sinn.

    Es gibt aber auch einige Nachteile: Zum einen greifen wir hier massiv in das natürliche Ökosystem ein. Die Folge könnte andere „Schädlinge“ sein. Zum anderen hält ein Zaun keine Vögel, Klettertiere, Kleintiere und oft auch grabende Tiere fern.

  • Pflanzliche Jauchen

    PflanzenjaucheJauchen sind nicht nur nährstoffhaltige Dünger, sondern auch altbewährte Pflanzenschutzmittel. Diese kannst du ganz einfach selbst herstellen. Wie das genau geht, zeige ich dir hier: Pflanzenjauche selber herstellen.

    Sobald alles fertig ist, gießt oder besprühst du damit deine befallenen Pflanzen. Beim Gießen nehmen die Pflanzenwurzeln die in der Jauche enthaltenen Abwehr- und Nährstoffe auf, die dann wiederum von den unerwünschten Blattsaugern oder Pflanzenfressern mit aufgenommen werden. Beim Besprühen der Pflanzen ist es ähnlich, wobei der Effekt hier direkt von außen erfolgt. In beiden Fällen ergreifen die „Schädlinge“ mehr oder weniger die Flucht oder sterben daran.

    Die Dosierung ist stark davon abhängig, welche Pflanzen du verwendest, zu welcher Jahreszeit du die Pflanzenteile sammelst (bis zur Samenbildung die meisten Nährstoffe, danach weniger) und wie das Verhältnis von Wasser zu Pflanzenteilen ist. Dabei ist die Wirkung umso stärker, desto weniger du die Brühe verdünnst. Umgekehrt kannst du nicht jede Jauche unverdünnt anwenden, da diese durch ihre Inhaltsstoffe die Pflanzen verbrennen können. Hier gilt es den Spagat zu finden und nach Gefühl und Erfahrung vorzugehen.

    Welche Pflanzen du für die Jauche nimmst, hängt sehr stark von deiner Absicht ab:

Brennnessel: Blattläuse, Spinnmilben und ganz allgemein bei Insekten; Stickstoffversorgung

Beinwell: Blattläuse, Spinnmilben und ganz allgemein bei Insekten; Stickstoff- und Kaliumversorgung

Wermut: Blattläuse, Ameisen, Raupen und Säulenrost

Wurm- und Adlerfarn: Läuse, Rost und Schnecken

Rainfarn: Rost, Mehltau, Milben, Erdbeerblütenstecher, Himbeerkäfer und Blattwespen

Knoblauch und Zwiebeln: Pilzkrankheiten und Milben

  • Seifenlaugen

    Zutaten für SeifenlaugeAuch Seifenlaugen haben sich bei saugenden Läusen und Echten Mehltau bewährt.

    Hierzu mischt du lediglich Wasser mit Schmierseife. Letzteres kannst du Kernseife oder “gereinigte” Asche verwenden.

    Das Ganze kommt dann nur noch in eine Sprühflasche, womit du die befallenen Stellen deiner Pflanzen besprühst.

    Die Kleinstlebewesen verkleben, ersticken oder vertrocknen, fallen ab oder verschwinden dann von selbst.

    Da aus den vorhandenen Eiern noch Läuse nachschlüpfen können, kann der Einsatz von Schmierseifen anfangs öfters erforderlich sein.

    Bei hartnäckigen Läusebefall oder beim Echten Mehltau muss noch Alkohol oder Bio-Spiritus hinzugegeben werden.

    Achte darauf, dass du nur reine, feste, kaliumhaltige und biologische Schmierseife verwendest. Zusatzstoffe und künstliche Duftstoffe haben auf unseren Pflanzen nichts zu suchen.

  • Holzasche

    HolzascheHolzasche aus deinem Ofen kannst du nicht nur als Dünger, sondern auch gut bei Läusen und Schnecken verwenden. Dazu bestäubst du Morgens, solange noch der feuchte Tau auf den Pflanzen liegt, während der Wachstumszeit regelmäßig oder bei akuten Befall deine Pflanzen. Das hilft dann vorbeugend oder abwehrend bei Läusebefall. Bei Schnecken hingegen legst du vorbeugend einen Kreis aus Asche um deine Pflanzen. Die Schnecken kehren dann um, ohne das eine Tötung notwendig ist.

    Das Ganze funktioniert aber nur solange wie es nicht regnet. Bitte bedenke, dass du die kalkhaltige Holzasche nicht bei jeder Pflanze verwenden kannst, da diese u.a. den pH-Wert des Bodens verändert – mehr hier. Weiterhin kann der Einsatz von Holzasche vielen (nützlichen) Insekten einen qualvollen Tod durch Verkleben, Verhungern und Atemwegsprobleme bescheren. Hier solltest du von Fall zu Fall abwägen.

  • Handarbeit

    Gras aus Garten entfernenUnsere Selbstversorger-Gärten sind oft noch klein genug, dass sich der Einsatz mit der Hand lohnt. Das geht besser als man denkt. Zum Beispiel lassen sich mit der Hand Schnecken, Kohlweißlingsrauben und Kartoffelkäfer einsammeln. Oder Läuse abstreifen bzw. abspritzen. Auch befallene und kranke Blätter lassen sich einsammeln, so das sich das Ansteckrisiko auf weitere Pflanzen reduziert.

    Insbesondere Wildpflanzen bzw. Beikräuter, die in deinem Garten überhandnehmen oder mit deinen Nutzpflanzen konkurrieren, lassen sich mit der Hand entfernen.

Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten und Methoden, wie du deine Pflanzen schützen kannst (z.B. kommerzielle Nützlinge in Gewächshäusern, Gelbe Leimfolien, mechanische Hilfen). Alles hier zu benennen würde den Rahmen sprengen. Das lernst du mit der Zeit. Hier hat jeder Selbstversorger so seine eigene Methode.