Minimalistisch weniger arbeiten

Der Minimalismus ist die beste Möglichkeit weniger zu arbeiten. Den wer sich im Leben auf das Allernötigste beschränkt und dadurch weniger konsumiert, braucht auch weniger Lebenszeit mit Giralgeld eintauschen. Lebenszeit um zu Sein statt Arbeitszeit um zu Haben heißt deshalb die Devise. Arbeiten gehen, nur um den Besitz ins endlose anzuhäufen oder um anderen zu gefallen, läuft Minimalisten zuwider. Angestellte kennen die Freizeit und minimalistisch lebende Menschen die Freiheit. Ein unabhängiges, eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Leben, zusammen mit einer Herzensangelegenheit, stehen im Mittelpunkt aller Handlungen.

Reduziere deinen Konsum und setze Prioritäten

Wenn du noch zu denjenigen gehörst, die trotz geregeltes Einkommen nicht über die Runden kommen oder das Geld gerade so ausreicht, dann wird es höchste Zeit eine minimalistische Lebensweise anzunehmen. Es geht hier nicht ums mehr Geld zu verdienen. Du würdest damit nur deinen Lebensstandard und somit deine Ausgaben noch weiter erhöhen. Zumal sich die Abhängigkeit zu deinem Arbeitgeber und die Arbeitszeit erhöht.

Es geht erst einmal darum, unsinnige Ausgaben soweit zu reduzieren, dass vorhandene Ressourcen wie dein Einkommen für die elementarsten Dinge im Leben reichen. Sprich, du solltest langsam aber sicher aufhören zu konsumieren. Das tust du, indem du beispielsweise ab sofort deine Haare selbst schneidest, kurze Strecken mit dem Fahrrad fährst oder das Essen selbst zubereitest. Das lässt sich im ganzen Haushalt, für die Mobilität, Körperpflege und Küche so fortführen.

Und wenn du doch mal etwas brauchst, dann kaufe möglichst Second Hand oder schaue dich in regionalen Tauschringen um. Viele Dinge, wie Kleidung und Möbel, bekommst du in einer Wegwerfgesellschaft auch umsonst. Oder du bekommt Mengenrabatt, wenn man langfristig denkt. Es sind die banalsten Dinge, um Geld einzusparen. Je mehr du dir zumutest, desto mehr ist möglich.

Geiz ist überhaupt nicht Geil

Wenn du noch auf den wöchentlichen Einkauf angewiesen bist, dann achte beim ganzen „Ausgaben reduzieren“ unbedingt darauf, dass du nicht in die Geiz ist Geil-Mentalität verfällst. Das bedeutet nämlich nichts anderes, wie andere Mitgeschöpfe ausbeuten.

Beispiel

Wer ein halbes Hähnchen fertig zubereitet für ein paar Euro kauft, muss sich im klaren sein, dass das Huhn über die Haltungsbedingungen und Fütterung bis hin zur Schlachtung gelitten haben muss und von billigen Fachkräften in Akkordarbeit zubereitet wurde. Die ausgeschütteten Stresshormone im Todeskampf, das Antibiotikum im Futter und weitere negative Faktoren gehen natürlich vom Fleisch auf den Menschen über. Hier verwundert es nicht, dass insbesondere Geiz ist Geil-Konsumenten mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen haben.

Vergesse nicht, dass es das universelle Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma) gibt: Das was wir anderen antun kommt genauso wieder zurück.

Weniger Konsum führt zu mehr verfügbarer Lebenszeit

Einerseits produzieren Angestellte über ihren Arbeitgeber Produkte oder Dienstleistungen und andererseits konsumieren diese über den Einzelhandel Konsumgüter oder nehmen Leistungen selbst in Anspruch. Das zentrale Motiv ist dabei immer das Geld. Den ohne Geld kein Konsum, der den Lebensstandard aufrecht erhält und das Überleben sichert.

Das Geld bekommt der Angestellte entweder vom aktuellen Arbeitgeber oder ersatzweise vom Sozialstaat. Im Gegenzug muss sich der Angestellte faktisch unterordnen und die vertraglichen Leistungen bzw. die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.

Wer das nicht möchte, bekommt von diesen Akteuren kein Geld mehr. Und genau hier trennt sich die Streu vom Weizen. Die meisten Angestellten passen sich lieber an und gehen lieber weiterhin einen Job nach, der sie nicht erfüllt, als an der berufliche Situation etwas zu verändern. Eine Verschwendung von Lebenszeit.

Selbstversorger und andere minimalistisch lebende Menschen hingegen verändern lieber an der Gesamtsituation etwas und schaffen ihre eigenen Systeme, als über Jahrzehnte an einem leidenschaftslosen Arbeitsplatz zu leiden. Durch Konsumverzicht schaffen sie die Voraussetzung dafür, nicht mehr „Geld verdienen“ gehen zu müssen.

Primär geht es darum den grundlegendsten Bedürfnissen nachzugehen. Die freie Entfaltung steht ganz weit vorne, manche wollen aber auch nur den krankmachenden Alltagsstress entfliehen. Nicht der Verkauf von Produkten und Dienstleistungen über das Geld steht Minimalisten im Vordergrund, sondern ausschließlich die Versorgung des eigenen Haushaltes.

Dieser „Systemwechsel“ vom konsumorientierten Angestellten zum Minimalisten führt früher oder später zu einem freien und selbstbestimmten Leben.

Verwirkliche dich lieber statt einer Norm zu entsprechen

Statt für die Gewinne und Umsätze anderer zu arbeiten, setzten Minimalisten ihre begrenzte Lebenszeit lieber für die wirklich wichtigen Dinge ein. Die Auseinandersetzung mit sich selbst, Suche nach dem Sinn des Lebens und Gewissheit selbst Schöpfer aller Dinge zu sein, führt irgendwann zu neuen Prioritäten und einem neuem Bewusstsein.

Nicht mehr Geld verdienen, Besitzanhäufung, Konkurrieren, Karriere machen und das Ego stehen im Mittelpunkt, sondern vielmehr das Einsetzen seiner einzigartigen Fähigkeiten und Stärken zum Wohle aller Geschöpfe und somit der eigenen Selbstverwirklichung.

Manche wurden erfolgreiche Sänger, die die Herzen der Fans berührten und somit zum Weltfrieden beitrugen. Andere wiederum, wie wir Selbstversorger, machen der räuberischen Konsumgesellschaft vor, wie aktiver Umweltschutz im Einklang mit der Natur funktioniert.

Wenn du nicht zur arbeitenden Masse gehören möchtest, dann höre auf dem Geld nachzurennen, anderen Erwartungen zu entsprechen und zu sein der du nicht bist. Du kannst einen Beruf lernen und ausüben, aber niemals der Beruf selbst sein. Mache keine Karriere, indem du dich anpassen musst, um erfolgreich zu sein. Sei einfach du selbst.

Vom Minimalisten zum Selbstversorger

Viele Selbstversorger sind Minimalisten und nicht wenige haben erst durch den Minimalismus zur Selbstversorgung gefunden. Hier liegt es doch nahe, dass auch du als angehender Selbstversorger mit dem Minimalismus beginnst.

Den durch den weitgehenden Konsumverzicht kannst du einerseits das Geld für die Grundstücke der Selbstversorgung zusammensparen und andererseits deine Arbeitszeit Schritt für Schritt reduzieren. Aus der so gewonnenen Lebenszeit baust du dir deine Selbstversorgung auf, die sich letztendlich selbst trägt. Und das wiederum kann im besten Fall zum endgültigen Ausstieg aus dem Berufsleben führen.