Aus den Samen von Eichen (Eicheln) kannst du dir ein echt leckeres und koffeinfreies Heißgetränk zaubern. In Notzeiten wurden diese wie Bohnenkaffee zubereitet und das Röstaroma erinnert schon stark an normalen Kaffee. Es soll Gesund sein und so mancher Arzt verschrieb es seinen Patienten.

Genauso wie beim Bohnenkaffee sind die Geschmacksunterschiede enorm. Angefangen von den vielen Eichenarten, über das Herstellungs- und Röstverfahren, bis hin zur Verarbeitung. Wie ich meinen Eichelkaffee so herstelle, erfährst du im Folgendem.

Wozu das Ganze

  • Koffeinfreier Ersatz für Bohnenkaffee.
  • Warmes Getränk mit Röstgeschmack.

Was ich brauche

  • Eicheln.
  • Messer.
  • Schüssel mit Wasser.
  • Sieb.
  • Optional: Natron (Backsoda, Bullrich-Salz, Kaiser-Natron).
  • Eisen-Pfanne oder Backofen.
  • Kaffeemühle, Mörser oder Mixer
  • Behälter zum Aufbewahren

Bevor es los geht

Die in den Eicheln befindlichen Gerbstoffe sind für uns Menschen unverträglich. Diese müssen daher vorher gelöst werden. Das tust du, indem du deine Eicheln über mehrere Tage mehrmals in frisches Wasser einlegst. Erst wenn sich das Wasser nicht mehr verfärbt, sind die geschälten Eicheln genießbar.

Während des Röstens solltest du immer vor Ort bleiben und ausreichend lüften. Da es stark riecht und schnell qualmen kann, solltest du vorher dafür sorgen, dass kein Fehlalarm ausgelöst wird (z.B. Feuermelder, Nachbarn). Wenn du ganz sicher gehen möchtest, dann kannst du das Ganze auch im Backofen machen, was sich aber im Geschmack auswirkt.

Los gehts

1.  Zuerst einmal brauchst du Eicheln. Diese sammelst du zwischen September und Anfang November direkt unter älteren Eichen (Mischwald). Am besten noch vor dem Laubfall.

Die Erträge schwanken extrem von Jahr zu Jahr.

2.  Leere deine Eicheln in einen Behälter mit Wasser:

Nun schwimmen alle Eicheln, die nicht mehr verwendbar sind, an der Wasseroberfläche. Die am Boden liegen bleiben, kannst du weiter verwenden.

3.  Jetzt schälst und zerkleinerst du deine Eicheln mit einem Messer. Am besten die beiden Enden abschneiden und mit einem Schnitt die Schale abziehen. Leichter geht es, wenn du die Eicheln vorher kurz erhitzt (z.B. Ofen). Manche platzen dann auf.

Die innenliegende dunkle Haut kann, muss aber nicht, abgezogen werden (wirkt sich etwas auf den Geschmack aus).

4.  Gebe alles in eine Schüssel mit Wasser. Dieses löst nun die in den Eicheln enthaltenen Gerbstoffe (sind wasserlöslich). Wenn es schneller gehen soll, dann kannst du auch Natron in das Wasser geben.

5.  Irgendwann verdunkelt sich das Wasser. Ein bis zweimal täglich erneuerst du nun das mit Gerbstoffen versetzte Wasser (dunkle Farbe) und ersetzt es jedes Mal mit frischem Wasser. Das machst du solange, bis sich das Wasser nicht mehr verdunkelt.

Tipp: Das gerbstoffhaltige Wasser kannst du – äußerlich angewendet – bei Entzündungen nehmen. Nur Trinken darfst du es nicht. Bei mir gingen damit Entzündungen viel schneller zurück.

6.  Trockne nun deine Eicheln etwas an. Das kannst du über mehrere Tage in einem warmen Raum an der Luft oder auf dem Ofen machen. Oder ganz kurz im Backofen.

Sofern die Eichelstücke noch zu groß und unregelmäßig sind, solltest du sie nochmals in gleichgroße Stücke schneiden (nicht zu klein, kein Pulver). Erst dann können deine Eicheln gleichmäßig in der Pfanne rösten.

7.  Die angetrockneten Eichelstücke kommen nun in eine Pfanne. Fett, Öl oder Ähnliches brauchst du nicht.

8.  Jetzt gehts ans Rösten. Stelle die Pfanne bei niedrigster Temperatur auf den Herd. Rühre immer wieder mal um, so das alles röstet und nichts anbrennt (geht ganz schnell).

Sobald alles getrocknet bis leicht bräunlich ist und es nach Kaffee riecht, kannst du den Herd wieder ausschalten.

9.  Nachdem alles abgekühlt ist, kannst du das Geröstete mit einer Kaffeemühle zermahlen. Du kannst aber auch einen Mixer nehmen, geht ganz gut.

10.  Das Pulver der gerösteten Eicheln kannst du nun ganz normal wie Kaffee verwenden. Im Gegensatz zu Bohnenkaffee brauchst du hier allerdings etwas mehr Pulver, um auf den Geschmack zu kommen.

Bis wann verbrauchen

Luftdicht verpackt hält es sich wie normaler Kaffee.