Getreide baucht große Flächen

Es gibt Samen- und Körnerfrüchte die wir das ganze Jahr über brauchen, wo aber das Gemüsebeet vom Platz her nicht reicht. Die Rede ist von Getreide (Süßgräser) und Pseudogetreide. Letztere ist kein Getreide, wird aber wie Getreide verwendet. Haben keine eigene Backfähigkeit und sind Glutenfrei.

Wer täglich ein gesundes Müsli zu sich nimmt, nahrhafte Vollkornbrote backt und über den Winter mit vollem Magen kommen möchte, kommt um den Getreideanbau nicht herum. Dasselbe gilt für viele Tierarten, die die Futter-Körner und Stroh-Einstreu brauchen. Und hierzu brauchst du einen Acker der groß genug ist.

Und wenn du keinen Acker hast und auch nicht möchtest, dann kannst du alternativ die Samen von Wildpflanzen sammeln (z.B. Süßgräser, Brennesssel, Knoblauchsrauke). Hier solltest du dich aber vorher schlau machen, da nicht jeder Samen – unverarbeitet oder in großen Mengen – essbar ist.

Allgemeines zum “Getreide”

  • Informiere dich über die Eigenschaften einer Sorte. Insbesondere das Urgetreide solltest du näher anschauen. Zum einen enthalten gerade diese die für uns essentiellen Nährstoffe, die moderne Züchtungen überhaupt nicht mehr haben. Zum anderen sind diese sehr Widerstandsfähig gegen allerlei äußeren Einflüsse (z.B. lange Trockenphasen, Insekten). Urgetreide hat sich seit Jahrtausenden bewährt.
  • Neben der eigentlichen Sorte gibt es unterschiedliche Saatzeitpunkte:

    Wintergetreide säst du im Herbst. Dieser benötigt für die spätere Blüte eine Kälteperiode im Winter (Vernalisation), hat die höchsten Erträge und kann im Sommer etwas früher geerntet werden.

    Sommergetreide hingegen säst du erst im Frühjahr – einzelne sind auch im Herbst möglich.

    Umgekehrt sollte nicht gesät werden, da sich sonst keine Blüten bilden bzw. diese erfrieren können.

  • Dann gibt es noch Unterschiede in der Verarbeitung, nachdem du diese geerntet hast. Das Getreidekorn ist von einer Spelze umgeben, die vor dem Verzehr entfernt werden sollte.
    .
    Beim Nacktgetreide (z.B. Mais, Nacktgerste, Nackthafer, Roggen, Weizen) löst du die Spelze vom Korn ganz einfach über das Dreschen – so wie man es von den Freilandmuseen her kennt.
    .
    Beim Spelzgetreide (z.B. Buchweizen, Dinkel, Einkorn, Emmer, Gerste, Hafer, Hirse, Reis) ist die Spelze fest mit dem Korn verwachsen. Um diese zu lösen brauchst du eine  Schälmaschine. Leider fallen hier die Ertäge geringer aus.
  • Mutterkorn ist ein Pilz der dein Getreide befallen kann. Insbesondere Roggen ist davon betroffen. Dieser Getreidepilz ist hoch giftig. Also aufpassen, dass du oder deine Tiere davon nichts esst.
  • Achte auch auf die Fruchtfolge. Baue also nicht jedes Jahr das gleiche auf dieselbe Fläche an.

Getreide und Pseudogetreide

Diese Liste zeigt dir die groben Zeiten für die Aussaat (S) und Ernte (E). Wenn es dann so weit ist, dann informiere dich nochmals, da der genaue Zeitpunkt von deiner Sorte, Region, Witterung und einigen weiteren Faktoren abhängt.

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Ackerbohne 

S

 

S

 

S

 

 

E

 

E

 

E

(S)

 

 
Amaranth SSEE  
JanFebMärAprMaiJunJulAugSeptOktNovDez
Buchweizen  

 (S)

 

 S

 

 S

 

S

(E)

S

E

 (S)

E

 

(E)

 
JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Dinkel

 

(E)

 

E

(S)

 

S

 

S

 

(S)

 Jan FebMärAprMai JunJulAugSeptOktNovDez
Einkorn

S

 

(S)

 

 

E

 

E

S

 

S

 

Emmer, Zweikorn

 

E

S

 

S

 

Erbse

S

 

S

 

S

 

S

E

S

E

 

E

JanFebMärAprMaiJunJulAugSeptOktNovDez
Gerste

S

 

S

 

(S)

 

 

E

 

E

S

 

S

 

Grünkern (Dinkel)

 

E

 

 

(S)

 

S

 

S

 

(S)

 

JanFebMärAprMaiJunJulAugSeptOktNovDez
Hanf²

S

 

S

 

 

E

 

E

Hafer

S

 

(S)

 

 

E

Hirse    

S

 

S

 

 

E

 

E

  
JanFebMärAprMaiJunJulAugSeptOktNovDez
Khorasan-Weizen (Kamut)

S

 

S

 

S

 

 

E

 

 

 

 

 

 

JanFebMärAprMaiJunJulAugSeptOktNovDez
Lein

(S)

 

S

 

(S)

 

 

E

 

E

 

E

Linse

S

 

S

 

 

E

JanFebMärAprMaiJunJulAugSeptOktNovDez
Mais (Zucker)

S

 

S

 

 

E

 

E

 

E

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Nacktgerste

(S)

 

S

 

 

E

 

E

Nackthafer

S

 

(S)

 

 

(E)

 

E

 

(E)

JanFeb Mär Apr MaiJunJulAugSeptOktNovDez
Quinoa

S

 

S

 

 

E

 

E

 

(E)

JanFeb Mär Apr MaiJunJulAugSeptOktNovDez
Raps

 

(E)

 

E

S

 

(S)

 

Reis³
Roggen

(S)

 

S

 

 

E

 

E

S

 

(S)

 

(S)

 

JanFebMärAprMaiJunJulAugSeptOktNovDez
Soja

 S

 

S

 

(S)

 

 

(E)

 

E

 

E

Sonnenblume

S

 

 

E

 

E

 

E

JanFebMärAprMaiJunJulAugSeptOktNovDez
Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen)

S

 

S

 

 

E

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Waldstauden-roggen (mehrjährig)

(S)

 

(S)

 

(S)

 

S

 

S

E

S

E

S

 

S

 

(S)

 

(S)

 

Weizen

S

 

S

 

S

 

 

E

(S)

 

S

 

S

 

 

S: Säen; E: Ernte aus Kultur; W: Sammeln in der Natur (soweit nicht angebaut)

²Hanf ist eine sehr alte Nutzpflanze, die wie Flachs bzw. Lein vielerlei Verwendung findet (z.B. Nahrung, Kleider). Aufgrund der “berauschenden” Inhaltsstoffe, darf dieser nur mit Genehmigung angebaut werden. Eine schöne Zusammenfassung zu diesem Thema gibts auf HANS BRAINFOOD. Und Erfahrungen hierzu haben Selbstversorger Rigotti und Der Selbstversorgerkanal (Stichwort “Hanf”).

³Reis: Der Anbau ist u.a. aufgrund des hohen Wasser- und Wärmebedarf nur mit künstlichen Mitteln in unseren Breitengraden möglich. Ich halte den Anbau für nicht Nachhaltig.