Unser Finanzsystem und das liebe Geld hängen naturgemäß eng miteinander zusammen. Hier möchte ich etwas näher auf auf die Europäische Zentralbank und die vielen Geschäftsbanken eingehen, die feste Bestandteile unseres politischen und wirtschaftlichen Systems sind und durch die Zentralbank- bzw. Giralgeldschöpfung den Wert des Euros in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion regulieren. Vorweg sei aber gesagt; Die ganzen Finanzsysteme funktionieren nur solange, wie wir das Vertrauen in solche Währungen geben. Das bedeutet, je weniger Menschen den Euro als Zahlungsmittel akzeptieren, desto weniger hat dieser an realen Wert – bis ihn schlichtweg keiner mehr annimmt. Das ist keine Fiktion, die Geschichte zeigt das immer wieder. Die Staaten versuchen derzeit den enormen Vertrauensverlust aus der Finanz- bzw. Eurokrise durch politische Instrumente künstlich aufrecht zu erhalten und zu verzögern. Das könnte aber irgendwann einen totalen Crash zur Folge haben und das politische System mit sich herunterziehen. Das was wir derzeit um uns erleben ist nichts anderes als ein Überlebenskampf und Anpassungsversuch alter Systeme. Aber keine Sorge, es kann nur besser werden. Insbesondere wir „geldfreien“ Selbstversorger sind hier klar im Vorteil. Selbstversorgung mit den grundlegendsten Dingen auf der einen Seite und Tausch von nachwachsenden Naturalien mit regionalen Tauschpartnern auf der anderen. Bei reinen Angestellten sieht das schon ganz anders aus. Ohne Geld kein Konsum und ohne Konsum keine Arbeit. Und ohne Steuereinnahmen keine soziale Leistungen. Die Folge ist Armut und ein täglicher Überlebenskampf. Wir Selbstversorger brauchen in neuen Systemen keine Banken und Staaten mehr – hiervon bin ich fest überzeugt.

Die Preisstabilität als oberstes Ziel

Aber zurück zum derzeitigen Finanzsystem. Im Grunde fängt alles bei den Zentralbanken an, die politisch festgelegte oder selbst bestimmte Ziele verfolgen und mehr oder weniger dabei unabhängig sind. Am Beispiel des Euro als gesetzliches Zahlungsmittel ist es die Europäische Zentralbank, dessen oberstes Ziel die politisch festgelegte Preisstabilität ist. Damit sie das auch tun kann, legt sie den sogenannten Leitzins fest, die die Geschäftsbanken (Kreditinstitute, die Bankgeschäfte für Private und Unternehmen anbietet) an die Zentralbank bei Kreditaufnahme für Zentralbankgeld bezahlen. Die Geschäftsbank wiederum gibt über die höheren hauseigenen Zinsen den Leitzins indirekt an den Endkunden bei Kreditaufnahme weiter. Womit die Zentralbanken, aber auch die Geschäftsbanken, geldpolitisch das Preisniveau (Ziel ist eine Inflationsrate von etwa zwei Prozent) und die konjunkturelle Entwicklung stabilisieren und regulieren können. Bei Gefahr einer Deflation (Rückgang des Preisniveaus) bzw. Depression wird der Leitzins durch die Zentralbank gesenkt. Die Geschäftsbanken senken daraufhin auch ihre hauseigenen Zinsen und schöpfen neues Giralgeld bzw. Buchgeld (auch Sichtguthaben genannt). Die Nachfrage nach „billigen Geld“ (Niedrigzinsen) steigt. Die Unternehmen investieren mehr und es werden mehr Güter nachgefragt. Die Preise von Produkten und Dienstleistungen steigen und die Unternehmen machen mehr Umsatz und Gewinn. Umgekehrt funktioniert das auch bei Inflationsgefahr (Erhöhung des Preisniveaus über zwei Prozent), indem die Zentralbank dann den Leitzins erhöht.

Bargeld versus Giralgeld

Bargeld

Dann gibt es noch das umlaufende Geld. Hier muss zwingend zwischen dem Bargeld und Giralgeld unterschieden werden. Das Bargeld besteht aus den Banknoten und Münzen. Bei den Euro-Banknoten (Urkunde) handelt es sich mit den elektronisch geführten Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken um sogenanntes Zentralbankgeld. In Deutschland sind die Euro-Banknoten das einzig unbeschränkt gesetzliche Zahlungsmittel (§14 BBankG). Alle Gläubiger sind verpflichtet das gesetzliche Zahlungsmittel zur Begleichung der Geldforderungen anzunehmen. Die von den teilnehmenden Staaten ausgegebenen Euro- und Centmünzen sind hingegen, mit Ausnahme der ausgebenden Stelle, bei der Annahmepflicht auf fünfzig Münzen beschränkt. Ausgegeben werden die Banknoten nur mit Genehmigung der Europäischen Zentralbank über die nationalen Zentralbanken an die Geschäftsbanken und von dort an den Endkunden. Da es sich bei den ausgegebenen Banknoten ökonomisch um nichts anderes als eine Staatsanleihe handelt (Staat ist Schuldner), die in der Zentralbankbilanz auf der Passivseite (Verbindlichkeiten) unter dem Posten Banknotenumlauf aufgeführt ist, haben wir als Eigentümer dieser Banknoten gegenüber der Zentralbank einen Forderungsanspruch auf Leistung – die Banknote an sich wurde ja aus dem nichts geschaffen und hat keinen physischen Wert.

Giral- und Buchgeld

Beim Giralgeld oder auch Buchgeld handelt es sich um kein gesetzliches Zahlungsmittel und auch um kein eigentliches Geld, sondern nur um sogenannte Sichteinlagen, die lediglich einen Anspruch auf Bargeldauszahlung des gesetzlichen Zahlungsmittel gewähren. Das sind beispielsweise die Gehälter die der Arbeitgeber auf die Girokonten der Angestellten überweist. Mit dem Guthaben gibt man seiner Hausbank sozusagen einen Kredit, wo man zumindest theoretisch dafür Zinsen bekommt. Diese Sichteinlagen befinden sich innerhalb der Geschäftsbanken auf elektronisch geführten Konten (meist Girokonten) als kurzfristig verfügbares Guthaben, die nur zwischen den Geschäftsbanken untereinander transferiert werden (z.B. per Überweisung) oder eben als Zentralbankgeld physisch in Euro-Banknoten ausbezahlt werden können. Giralgeld wird u.a. ganz klassisch über Kredite an den Endkunden (Nichtbanken), eine Bargeldeinzahlung (Banknoten oder Münzen), den Kauf von Wertpapieren und Anlagegütern geschöpft. Umgekehrt wird Giralgeld wieder vernichtet wenn Kredite zurückbezahlt, Bargeld ausbezahlt und Wertpapiere und Anlagegüter verkauft wird. Das gleiche Prinzip findet übrigens auch im Verhältnis zwischen der Zentralbank und den Geschäftsbanken statt, wo statt Giralgeld (Anspruch auf Banknoten) nämlich echtes Zentralbankgeld von den Zentralbanken geschaffen bzw. wieder vernichtet wird.

Giralgeldschöpfung und Kreditschöpfung

Die Kernaufgabe der Geschäftsbanken ist volkswirtschaftlich gesehen die Versorgung der Wirtschaft mit Krediten. Damit die Geschäftsbanken diesen Auftrag nachkommen können, dürfen diese u.a. über die Vergabe von Krediten selbst Giralgeld schaffen, indem sie einfach den Kreditbetrag im Computer als Sichteinlage (Giralgeld) auf das Girokonto des Kreditnehmers eintippen. Das ist alles. Die Sichteinlagen anderer Sparer werden dabei nicht angerührt. Der Kreditnehmer wiederum kann nun über das elektronisch geführte Giralgeld (was ja kein Geld ist) Überweisungen tätigen oder sich das Zentralbankgeld (Banknoten) ausbezahlen lassen. So gesehen haben die Geschäftsbanken faktisch eine Lizenz zum Geld machen. Das Vorgenen wird auch Giralgeldschöpfung oder besser Kreditschöpfung genannt. Theoretisch können die Geschäftsbanken das aber nicht beliebig tun. Denn jede Geschäftsbank unterhält bei der Zentralbank ein Guthabenkonto mit sogenannten Mindestreserven an Zentralbankgeld (echtes elektronisches Geld und Banknoten), dass sie liquide macht und u.a. durch sogenannte Offenmarktgeschäfte (Kredit, Verkäufe, usw.) vermehren oder mindern kann. Auf Grundlage dieser Mindestreserven können nun die Geschäftsbanken Kredite an den Endkunden vergeben und damit Giralgeld schöpfen. Seit Januar 2012 beträgt die von der Zentralbank vorgegebene Mindestreserve ein Prozent. Das bedeutet, mit jedem Euro an Mindestreserven kann die Geschäftsbank theoretisch hundert Euro Giralgeld schöpfen und an die Kreditnehmer weitergeben. Da die Geschäftsbanken aber immer Sicherheiten von den Kreditnehmern erhalten, die sie liquide machen, gibt es faktisch keine Grenze bei der Giralgeldschöpfung.

Beispiel: Eine Geschäftsbank möchte ihren Endkunden Kredite vergeben. Dazu nimmt sie zum aktuellen Leitzins (derzeit 0%) einen Kredit bei der Zentralbank auf, sagen wir 10.000 Euro. Die Zentralbank schöpft nun aus dem Nichts frisches Zentralbankgeld, dass sie der Geschäftsbank auf dem Zentralbankkonto gutschreibt. Da bei der Europäischen Zentralbank derzeit eine gesetzliche Mindestreserve von 1% vorgeschrieben ist, kann die Bank nun den Endkunden Kredite mit einem Gesamtbetrag von 1.000.000 Euro Giralgeld vergeben. Das entspricht 100%. Die Mindestreserve von 1%, also 10.000 Euro echtes Zentralbankgeld, muss hingegen auf dem Zentralbankkonto bleiben. Wenn nun ein Endkunde davon 100.000 Euro Giralgeld von seiner Bank als Kredit bekommt und diesen zur Begleichung einer Forderung bei einer zweiten Bank einzahlt, dann muss auch hier wiederum 1% Mindestreserve bei der Zentralbank gutschreiben werden. Bei Kreditzurückzahlung verringern sich entsprechend die vorgeschriebenen Mindestreserven. Das zuvor geschaffene Giralgeld und Zentralbankgeld wird parallel hierzu wieder vernichtet.

Zentralbankgeld

Berücksichtigen muss man hier allerdings, dass die Guthaben der Sparer auch mit einem Prozent an Mindestreserven bei der Zentralbank gedeckt werden müssen. Dann findet noch ein unbarer Zahlungsverkehr (vergleichbar mit Giralgeld-Überweisungen) zwischen den Geschäftsbanken innerhalb des Zentralbanksystems satt, wo für Geschäfte immer genügend Zentralbankguthaben vorhanden sein sollte. Weiterhin muss von den Geschäftsbanken genügend Zentralbankgeld für Bargeldabhebungen ihrer Endkunden an den Geldautomaten zur Verfügung stehen. Je mehr Bargeldabhebungen eine Geschäftsbank verbucht, desto geringer wird das Zentralbankguthaben bzw. die Mindestreserven und desto weniger Kredite kann sie vergeben. Das kommt daher, da sich das Zentralbankgeld aus den (von der Zentralbank genehmigten und den nationalen Zentralbanken ausgegebenen) Banknoten und elektronisch geführten Zentralbankguthaben zusammensetzt. Entweder die Geschäftsbank hat das Zentralbankgeld auf dem Zentralbankkonto oder eben in Banknoten. Nichtbanken können übrigens kein Konto bei der Zentralbank führen, deshalb sind für uns nur die von der Zentralbank ausgegebenen und unbeschränkten Banknoten interessant. Wenn jetzt die Nachfrage nach Bargeld durch beispielsweise einem Vertrauensverlust gegenüber den Banken überdurchschnittlich steigt, dann können die Geschäftsbanken irgendwann keine Banknoten mehr ausgeben. Die Bank ist insolvent, so geschehen in Griechenland (Euro-Krise). Die Folge waren Enteignungen und Steuererhöhungen um die Banken und das Euro-Finanzsystem zu retten.

Euro höchst instabil und die Abhängigkeit von den Geschäftsbanken

Das war nur ein kurzer Einblick über die Zentralbankgeldschöpfung der Zentralbanken und Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken im Euro-Finanzsystem. Man erkennt aber sofort, dass der Euro höchst instabil ist und irgendwann zusammenbrechen muss. Die Folge wären politische Enteignungen, Steuererhöhungen, Zwangshypotheken und weitere Zwangsmaßnahmen. Die Geschichte zeigt es immer wieder. Geschäfte mit Geschäftsbanken müssen daher im allgemeinen als höchst unseriös und unsicher eingestuft werden. Es macht aber wenig Sinn, alle Verträge und sein Girokonto jetzt zu kündigen. Denn ohne Geschäftsbanken können wir am Euro-Zahlungsverkehr nicht teilnehmen, also keine Überweisungen tätigen oder Euro-Banknoten auszahlen lassen. Obwohl das Giralgeld kein gesetzliches Zahlungsmittel ist akzeptieren nicht einmal mehr viele Behörden und öffentlich rechtliche Institutionen (z.B. Steuer, Rundfunkbeitrag) das einzig unbeschränkt gesetzliche Zahlungsmittel – nämlich die Banknoten. Die Arbeitgeber zahlen schon lange nicht mehr in Bar aus und Versicherungsbeiträge werden vom Girokonto abgebucht. Auch wenn man nicht ganz aus der Sache herauskommt, kann man doch weltweit sein überschüssiges Geld in sichere Währungen, dezentrale Kryptowährungen, physische Edelmetalle, Unternehmensbeteiligungen, Immobilien und vieles mehr streuen. Das ist auch deshalb sinnvoll, da die Behörden heute über das Bundeszentralamt für Steuern die Möglichkeit haben die Konten bei der Geschäftsbank abzufragen und über eine Pfändung sperren zu lassen.

Geld stellen heute nur noch wertlose Forderungen dar

Wichtig ist sich bewusst zu machen, dass wir von den Geschäftsbanken wertloses Giralgeld auf dem Girokonto gutgeschrieben bekommen und selbst die Banknoten von der Zentralbank physisch betrachtet keinen Wert besitzen (sogenanntes Fiatgeld). Selbst wenn Giralgeld und die Banknoten in gewisser Weise Forderungen darstellen, bringt das alles nichts, wenn die Zentralbank und die Staaten mit den Geschäftsbanken zahlungsunfähig sind. Das ist der Fall wenn beispielsweise alle Kontoinhaber zeitgleich einen Forderungsanspruch auf volle Leistung stellen – ein massenhafter Vertrauensverlust in das Währungssystem reicht vollkommen aus. Hier bringen auch die lächerlichen Mindestreserven von einem Prozent und die gesetzlichen Einlagensicherungen nichts. Das wäre aber alles noch tragbar, wenn das Geld an einen physischen Gegenwert gekoppelt wäre, wie etwa den begrenzten Edelmetallen. Denn dann könnte man nur solange Geld schöpfen, wie auch z.B. Gold vorrätig ist (bis 1971 war das noch üblich). Das ist aber alles nicht der Fall. Der Euro ist aber indirekt an die volkswirtschaftliche Leistung geknüpft. Sehr vereinfacht ausgedrückt bedeutet das, dass du von den Banken wertloses geschöpftes „Geld“ bekommst, du aber hingegen über hergestellte Produkte und erarbeitende Dienstleistungen (du musst dir ja erst einmal dein Geld verdienen) an die Geschäftsbank werthaltendes Geld zurückbezahlst. Deshalb ist für unser finanzpolitisches System das Wachstum (Export) und die Preisstabilität (Inflation von etwa zwei Prozent) so außerordentlich wichtig. Das das den Menschen und der Umwelt nicht gut tut, dürfte inzwischen jedem klar sein. Die aktuelle Tendenz geht eindeutig zu bargeldlosen Giralgeld. Das von den Geschäftsbanken geschöpfte Giralgeld hat schon längst das staatliche Bargeld abgelöst, obwohl es kein gesetzliches Zahlungsmittel ist.

Kryptowährungen

Es gibt weltweit immer mehr Tendenzen zu den staatenlosen, dezentralen und digitalen Kryptowährungen (Blockchain). Beispielsweise den Bitcoins. Insbesondere autoritär geführte Staaten sind an national kontrollierbaren Kryptowährungen interessiert. Die Europäische Zentralbank hat bereits erste Untersuchungen durchgeführt, kommt aber zum Schluss, dass diese Technologie noch nicht ausgereift sei. Ich sehe darin eine Chance unser Finanzsystem grundlegend zu verändern, wobei ich dennoch als Selbstversorger persönliche Tauschgeschäfte mit Naturalien bevorzuge. Solange nämlich die Europäische Zentralbank keine eigene europäische Kryptowährung gründet (die eine Veränderung des Finanzsystems voraussetzt) und der Euro noch weiter an Vertrauen und somit Wert verliert, solange wird zunehmend auf alternative Währungen wie den staatenlosen und dezentralen Kryptowährungen zurückgegriffen. Das wiederum stärkt das Vertrauen in solche Kryptowährungen und gleichzeitig verliert der Euro noch mehr an Vertrauen. Die Folge wäre ein totaler Crash des Finanzsystems und der Kontrollverlust der Europäischen Zentralbank, Geschäftsbanken und angehörigen Staaten. Für den einzelnen bedeutet das mehr Freiheit und Unabhängigkeit, da die Staaten nicht mehr auf die Konten zugreifen und den Wert nicht mehr künstlich aufrechterhalten könnten. Mal sehen was uns die Zukunft bringt.

Exkurs: Geld früher und heute

Geld ist erst einmal ein Tauschmittel. Zu Urzeiten, wo sich jeder noch selbst versorgte, waren Tauschmittel noch nicht erforderlich. Erst mit zunehmender Arbeitsteilung fanden die ersten Tauschgeschäfte statt. Getauscht wurden Nutztiere und Gegenstände direkt untereinander. Hier musste jedes mal der richtige Tauschpartner gefunden werden. Da das aber sehr umständlich und zeitraubend war tauschte man zunehmend über den Zwischenhandel nur noch besondere, wertvolle und nützliche Naturalien und Waren – das Natural- und Warengeld entstand. Je nach Region waren das beispielsweise Salz (Städtenamen mit Hall weisen darauf hin), Gewürze, Gold, Silber und noch das Nutzvieh. Daraus entwickelte sich das Edel-/Metallgeld, dass bei jedem Tauschgeschäft noch gewogen werden musste, dafür aber immer mehr überregional akzeptiert wurde. Aus diesem entstanden dann die Kurantmünzen, wo der aufgedruckte Prägewert in etwa mit dem Wert des Edelmetalls übereinstimmte. Da Edelmetalle bekanntlich begrenzt sind, verwendete man zunehmend Scheidemünzen, die nicht mehr mit dem Prägewert auf der Münze übereinstimmten. Das sind unsere heutigen Euro- und Centmünzen. Später kam dann noch das wertlosere Papiergeld hinzu – die Banknoten. Der Vorteil der Scheidemünzen und des Papiergeldes ist für die Zentralbanken, dass diese die Wertdifferenz zwischen der Herstellung, dem Materialwert und der Ausgabe für sich i.d.R als Gewinn einbuchen können. Heute findet in Deutschland der meiste Zahlungsverkehr mit elektronisch geführten Giralgeld (was kein gesetzliches Zahlungsmittel ist) der Geschäftsbanken statt. Die Tendenzen gehen aber durch die Digitalisierung zu den Kryptowährungen hin, wo überhaupt keine Banken mehr notwendig sind. Voraussetzung dieser physisch wertlosen Zahlungsmittel ist allerdings, dass ein Vertrauen auf gegenseitige Akzeptanz vorhanden ist.