Eine Erdmiete ist nichts anderes wie ein natürlicher Kühlschrank. Bevor es strombetriebene Kühlschränke gab wurde das überschüssige Gemüse und Obst für den Winter noch in eigenen oder gemeinschaftlich genutzten Eiskellern (Luxusvariante), Erdkellern (z.B. wohlhabende Bauern) oder Erdmieten (ärmere Landbevölkerung) im Erdreich gelagert. Diese waren das ganze Jahr über schön kühl, feucht und unterlagen kaum Temperaturschwankungen. Damit die Lebensmittel auch lange haltbar blieben, wurden diese möglichst unbearbeitet und ungewaschen eingelagert. Erdmieten wie auch Erdkeller und Eiskeller sind (mit Ausnahme der Öffnung) in der Regel komplett vom Boden umgeben – das hält schön kühl und verhindert große Temperaturunterschiede. Die notwendige Feuchtigkeit dringt vom Erdreich über den Erdboden, die Ritzen oder anderweitige Spalten in das Innere der Erdmiete oder des Erdkellers ein. Moderne Keller sind heute versiegelt und isoliert, weshalb diese für die Lagerung von Gemüse und Obst völlig ungeeignet sind.

Wozu das ganze

  • Gemüse und Obst natürlich lagern
  • Alternative zu einem Erdkeller
  • Kein Stromverbrauch durch einen Kühlschrank
  • Wenig Zeitaufwand und kaum/keine Kosten
  • Oft keine Baugenehmigung erforderlich

Was ich brauche

  • Platz auf deinem Grundstück, wo du eine kleine Grube ausheben kannst
  • Waschmaschinentrommel (Trommel) oder eine Alternative, die einerseits einen Nagerschutz darstellt und andererseits genug Löcher hat, damit genug Luftfeuchtigkeit hinein kann und Wasser ablaufen kann
  • Sand
  • Isolierungsmaterial (z.B. Schafwolle, Laub, Stroh, Noppenfolie)
  • Wasserdichte Abdeckung
  • Spaten

Los gehts

1.  Suche dir einen geeigneten Platz für deine Erdmiete. Halbschatten ist perfekt, um Staunässe und eine dauerhafte Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

2.  Grabe mit einem Spaten eine Grube aus, die etwas größer ist als deine Trommel. Zu groß sollte diese aber nicht sein, sonst brauchst du zu viel Sand und der feuchtbringende Erdboden “entfernt” sich.

3.  Bevor du die Trommel in die Grube stellst, befülle diese mit etwas Sand.

4.  Stelle die Trommel in die Grube.

5.  Befülle die “erdfreie Fläche” zwischen der Trommel und dem Erdreich vollständig mit Sand, so das nur noch die Öffnung frei bleibt. Anschließend kannst du noch ein bisschen Sand auf den Boden der Trommel verteilen. Das Wasser kann so besser abfließen, damit möglichst keine Staunässe entsteht.

6.  Lege dein Gemüse oder Obst in die Trommel. Du kannst, musst aber nicht, die Zwischenräume in der Trommel mit Sand, Stroh, trockenes Laub oder andere Naturmaterialien befüllen (hat alles Vor- und Nachteile). 

Achte darauf, dass du nur einwandfreies (also kein angefaultes oder verletztes) Gemüse und Obst verwendest und die Trommel möglichst nur mit einer Art befüllst (Äpfel dürfen zum Beispiel nur alleine gelagert werden). Sonst besteht die Gefahr, dass du ungewollt den Reifeprozess beschleunigst und es schneller verdirbt. Weiterhin sollten diese wegen der natürlichen Schutzhaut ungewaschen sein. Das Grünzeug wie Blätter und Stängel müssen weg, sonst fängt es schnell an zu faulen.

7.  Verschließe nun die Öffnung. Wenn du eine Trommel ohne Verschluss hast, dann improvisiere (z.B. Brett mit Stein drauf). Wichtig ist nur, dass keine Nagetiere heran kommen. 

Gut zu Wissen: Früher legte man Haselnussblätter zwischen und um das Gemüse und Obst, um Wühlmäuse fernzuhalten. Da wir aber eine “verschließbare” Trommel verwenden, ist das in unseren Fall nicht mehr erforderlich.

8.  Optional: Lege eine Noppenfolie darüber.

9.  Jetzt isolierst du das ganze mit Schafwolle, Laub, Stroh oder andere Naturalien. Das schützt vor schädlichen Frost.

10.  Zu guter Letzt deckst du die Erdmiete noch mit einer wasserdichten Abdeckung ab (z.B. Folie, Styroporplatte). Damit vermeiden wir Staunässe bei Dauerregen.

Es empfiehlt sich auch die Abdeckung so zu beschweren, dass keine Wildtiere heran kommen und vor Stürmen geschützt ist (kleine Steinplatte wie auf dem Foto reicht nicht aus).

11.  Das war es eigentlich auch schon. Solange du deinen Vorrat nicht aufgebraucht hast, empfiehlt sich noch, immer wieder mal in die Trommel reinzuschauen und “befallenes” Gemüse oder Obst auszusortieren (zugegeben, ist ziemlich aufwendig). Dann kann sich der Rest nicht anstecken und hält entsprechend länger.