Nahrhaftes Mehl kann man nicht nur aus Getreide herstellen, sondern auch aus den Samen von Eichen (Eicheln). So kannst du beispielsweise ein wild-würziges Brot herstellen oder die Kartoffel in warmen Gerichten ersetzen. Eicheln sind nämlich sehr nährstoffreich, glutenfrei und so voller Energie. Also ideal für die kalte Jahreszeit.

Je nachdem welches Verfahren du wählst, kannst du sowohl grobkörniges, als auch feinkörniges Mehl herstellen (feiner geht immer). Wenn du dich auch für Eichelkaffee interessierst, dann findest du hier eine Anleitung.

Wozu das Ganze

  • Beimischung oder Ersatz für Getreidemehl.
  • Würziges Mehl für Brot.
  • Nährstoffreiche Nahrung für warme Gerichte.
  • Ersatz für Kartoffel und Ähnliches.

Was ich brauche

  • Eicheln.
  • Messer.
  • Schüssel.
  • Wasser.
  • Sieb.
  • Optional: Natron (Backsoda, Bullrich-Salz, Kaiser-Natron).
  • Mixer, Mörser oder Fleischwolf (Beispiele).
  • Backofenblech.
  • Behälter zum Aufbewahren.

Bevor es los geht

Die in den Eicheln befindlichen Gerbstoffe sind für uns Menschen unverträglich. Diese müssen daher vorher gelöst werden. Das tust du, indem du deine Eicheln über mehrere Tage mehrmals in frisches Wasser einlegst. Erst wenn sich das Wasser nicht mehr verfärbt, sind die geschälten Eicheln genießbar.

Los gehts

1.  Zuerst einmal brauchst du Eicheln. Diese sammelst du zwischen September und Anfang November direkt unter älteren Eichen (Mischwald). Am besten noch vor dem Laubfall.

Die Erträge schwanken extrem von Jahr zu Jahr.

2.  Leere deine Eicheln in einen Behälter mit Wasser:

Nun schwimmen alle Eicheln, die nicht mehr verwendbar sind, an der Wasseroberfläche. Die am Boden liegen bleiben, kannst du weiter verwenden.

3.  Jetzt schälst und zerkleinerst du deine Eicheln mit einem Messer. Am besten die beiden Enden abschneiden und mit einem Schnitt die Schale abziehen. Leichter geht es, wenn du die Eicheln vorher kurz erhitzt (z.B. Ofen). Manche platzen dann auf.

Die innenliegende dunkle Haut kann, muss aber nicht, abgezogen werden (wirkt sich etwas auf den Geschmack aus).

4.  Gebe alles in eine Schüssel mit Wasser. Dieses löst nun die in den Eicheln enthaltenen Gerbstoffe (sind wasserlöslich). Wenn es schneller gehen soll, dann kannst du auch Natron in das Wasser geben.

5.  Irgendwann verdunkelt sich das Wasser. Ein bis zweimal täglich erneuerst du nun das mit Gerbstoffen versetzte Wasser (dunkle Farbe) und ersetzt es jedes Mal mit frischem Wasser. Das machst du solange, bis sich das Wasser nicht mehr verdunkelt.

Tipp: Das gerbstoffhaltige Wasser kannst du – äußerlich angewendet – bei Entzündungen nehmen. Nur Trinken darfst du es nicht. Bei mir gingen damit Entzündungen viel schneller zurück.

6.  Nun brauchst du einen Mixer, Mörser oder Fleischwolf  (Beispiele), mit dem du deine Eicheln zerkleinerst und zu Pulver vermahlst.

Je nachdem was du verwendest, unterscheidet sich die Korngröße deines Mehls.

Beim Mixer kann es sein, dass du noch etwas Wasser dazugeben musst (nur so viel wie nötig), damit es sich zermahlen lässt.

7.  So müsste es dann mit dem Mixer aussehen.

8.  Das Ganze leerst du in ein Blech. Um es zu Eichelmehl zu trocknen, kannst du das Blech in der beheizten Wohnstube oder im Backofen trocknen. Immer wieder mal umrühren.

Wundere dich nicht: Deine Paste verfärbt sich und richt nach “Schokolade”, sobald es mit Luft in Berührung kommt.

9.  Nachdem alles getrocknet ist, bleibt nur noch das Mehl übrig.

Wenn du das Mehl feiner haben möchtest, dann kannst du es noch einmal in den Mixer geben (diesmal ohne Wasser).

10.  Damit keine Feuchtigkeit an das Mehl kommt, füllst du bis zum Verbrauch alles in eine Aufbewahrungs-Box.

Bis wann verbrauchen

Ist abhängig von der Körnergröße und der Aufbewahrungsvariante.