Heu mit der Hand machen

Die meisten Nutztiere fressen Gras. Da ab Spätherbst, über den Winter, bis in den Frühling hinein kaum was wächst, müssen wir Vorräte schaffen und das Gras haltbar machen. Hierzu werden die Gräser und Kräuter einer Wiese gemäht und solange gewendet und aufgelockert, bis das Ganze getrocknet ist. Je heißer und trockener dabei die Sonnentage, desto schneller sind wir fertig (ist wichtig wegen Wetterumbrüche). Das getrocknete Gras nennt sich dann Heu. 

Am besten sind Magerwiesen geeignet, da auf ungedüngten und selten gemähten Wiesen die meisten Kräuter wachsen. Das ist wichtig für eine Artenvielfalt und die Tiergesundheit. Nicht so gut sind gedüngte und intensiv gemähte Fettwiesen.

Wenn du wie ich fast alles von Hand machst und am Hang arbeitest, dann bist du hier genau richtig. Traktoren erleichtern dir zwar die Arbeit, diese entfremden aber auch zur Natur. Und zum Heu machen brauchst du definitiv keine (großen) Maschinen.

Wozu das Ganze

  • Heugeruch an Sonnentagen ist eine geile Sache
  • Tierfutter für die vegetationsarme Zeit (Spätherbst bis Anfang Frühling)
  • Einstreu für Tiere
  • Gekauftes Heu wird immer teurer und ist ganz selten hochwertig

Was ich brauche

  • Wiese mit Gräsern und Kräutern, dass hoch genug steht
  • Sonne pur: Mehrere Tage muss es so richtig heiß und trocken sein
  • Handsense (mit Sandstein zum Schärfen) oder Motorsense (Freischneider mit Messerscheibe, Benzin, ggf. Motoröl, Schutzbrille, Gehörschutz und Sicherheitsschuhe)
  • Heugabel und Heurechen (ich nutze einen Häringer Rechen aus Österreich)
  • Transportmittel (z.B. Leiter-/Wagen, Anhänger, PKW)
  • Trockener und luftiger Lagerplatz (so das nichts schimmelt)
  • Sonnen- und Zeckenschutz (Mütze, lange Unterhose etc.)

Das gibts zu beachten:

  • Artenvielfalt und Futterqualität gehen nicht immer Hand in Hand. Um die Artenvielfalt deiner Wiese zu fördern, solltest du deine erste Mahd so spät wie möglich mähen. Umgekehrt fressen die Tiere das Heu umso lieber, desto früher du mähst, da das Gras noch nicht so „verholzt“ ist. Bei später Mahd hält dafür das Heu länger.

  • Platzregen, Hagel und Ähnliches sind beim Heu machen der Horror. Einmal nass, dann ist meist alles vernichtet. Der Zeitpunkt für Mahd, Wenden, Einholen und Lagerung muss daher sitzen. Du brauchst ein Gefühl für das Wetter und die Abläufe müssen schnell gehen.
      
  • An bestimmten Plätzen (z.B. Dauerschatten, Bodenfeuchte) oder bei feuchter Witterung, kann es notwendig sein Heuböcke bzw. Heureiter (es gibt noch weitere Namen dafür) aufzustellen. Hierzu baust du auf der Wiese Holzgestelle auf, worauf das feuchte Heu aufgeschichtet und dann getrocknet wird. Die Varianten sind regional sehr unterschiedlich.
     
  • Achte unbedingt darauf, dass dein Heu vor dem Einholen und Lagern trocken ist. Zwischendurch immer wieder wenden und auflockern und nicht nass werden lassen. Nicht bei Morgentau einholen. Das Gleiche gilt für deinen Lagerplatz (z.B. Scheune, Schuppen). Dann schimmelt und fault auch nichts.

Los gehts

1. Tag

Mähe die Wiese (meist so Anfang Juni, manchmal bereits ab Mitte Mai – stark region- und wetterabhängig).

Anschließend das gemähte Gras an den Rändern und im Schatten auf die Sonnenseite zusammenrechen und mit der Gabel verteilen.

Der Rest kann an diesem Tag liegen bleiben.

Wiese mähen
Ränder zusammenrechen
2. bis 5. Tag

Jetzt das Gras von oben nach unten in Reihen zusammenrechen (am Hang). Je Reihe etwa eine Rechenlänge.

Danach das Gras wieder auf die sonnigen Flächen verteilen. Dabei immer wieder „nach oben werfen“, damit sich das Gras lockert und trocknen kann (Luft muss durchkommen).

Das wiederholst du mindestens einmal am Tag.

Gras-Heu zusammenrechen
Gras verteilen
4. bis 7. Tag

Sobald das Gras vollständig und komplett getrocknet und zu Heu geworden ist, solltest du es einholen. Es darf nichts mehr feucht sein. Wegen dem Morgentau solltest du es in den frühen Morgenstunden noch nicht zusammenrechen und abholen.

Dann lagerst du es an einem trockenen und luftdurchlässigen Raum. Dachboden von Scheunen oder Schuppen wäre super. Feuchte Böden und Keller hingegen nicht.

Du kannst das Heu auch in alte Papier-Futtersäcke, Bigbags, Hänger oder andere Behälter packen. Aber keine Abfallsäcke oder andere Kunststoff-Tüten, hier könnte das Heu wegen des Kondenswassers schimmeln. 

Heu einholen
Heu mit Auto geholt
Heu im Schuppen lagern
Heu im Bigbag
Heu in Futtersäcken